Wunder Mobility: Carsharing und intelligente Mobilität vereint

Das "Betriebssystem der Mobilität" werden - Dieses Ziel steckt sich das Carpooling Start-up Wunder Mobility. Wir sprachen mit Gunnar Froh, CEO und Gründer von Wunder, über das Carsharing von morgen und wie Flotten effizient ausgelastet werden können.

Gunnar Froh, CEO und Gründer von Wunder Mobility, spricht im Interview mit VISION über die Zukunft von Ridesharing und Carpooling. | Foto: Wunder Mobility
Gunnar Froh, CEO und Gründer von Wunder Mobility, spricht im Interview mit VISION über die Zukunft von Ridesharing und Carpooling. | Foto: Wunder Mobility
Redaktion VISION mobility

Das Carpooling Start-up Wunder Mobility bietet Unternehmen und Städten eine Plattform, um eigene Mobilitätsdienste wie Carsharing oder Shuttle-Services an den Endkunden zu vermitteln. Gegründet 2014 vom ehemaligen Airbnb-Manager Gunnar Froh, setzt das Start-up auf drei Mobilitätsprodukte: Wunder Carpool ist eine Technologie-Lösung für Mitfahrgelegenheiten und Pendler-Fahrgemeinschaften. Wunder Shuttle dient als Lösung für alle “Shuttle-on-demand Services” und soll sich nahtlos mit bereits bestehenden Verkehrsmitteln verbinden lassen. Zuletzt bietet Wunder Fleet eine Technologie, die als Basis für Sharing-Dienste, vom Fahrrad über den Elektroroller bis zum Auto, dienen soll.

Nun lud Wunder zum AutoTech Meetup bei Google München, das Thema: Carsharing und Digitale Transformation. VISION sprach vor der Veranstaltung mit Gunnar Froh über sein Start-up, wie das Carsharing der Zukunft aussehen könnte und wie Wunder zum Betriebssystem der Mobilität werden will.

Herr Froh, Wunder Mobility baut auf drei Säulen, Shuttle, Fleet und Carpool. Welche davon ist am wichtigsten?

Unsere drei Produkte sind für den Mobilitätsmix der Zukunft gleichermaßen wichtig, aber wir können regionale Unterschiede erkennen. Unsere Produkte sind in 50 Städten auf 5 Kontinenten im Einsatz. In Europa liegt der Schwerpunkt aktuell auf Wunder-Fleet, also quasi der Technologie, die die Basis für Car-, Bike- Scooter- und Kickscootersharing darstellt. Etwa 70% des Scootersharing-Markts in Europa nutzt unsere Technologie, um seinen Kunden den Zugang zu seiner Mobilitätslösung möglich zu machen.  Zuletzt haben wir die Kickscooter-Flotte von Hive mit Wunder Fleet ausgestattet. In Asien und Südamerika sind dagegen Wunder Carpooling und Shuttle am stärksten. In Nordamerika sind wir ebenfalls vertreten und eröffnen dort dieses Jahr ein eigenes Büro. 

An welche Kunden richtet sich das Wunder Angebot?

2014 als reine B2C Company gegründet, haben wir unseren Fokus inzwischen auf das B2B-Geschäft ausgerichtet. Mit unserer Technologie wollen wir Städten und Unternehmen helfen, nachhaltige Mobilitätslösungen zu entwickeln und so die Lebensqualität in den Ballungsräumen zu verbessern. Da wir mit Wunder Carpool, Fleet und Shuttle alle Arten der neuen Mobilität bedienen, bieten wir quasi Off-the-Shelf ein technologisches Grundgerüst für vernetzte und nachhaltige Shared-Mobility-Lösungen.

Können die drei Säulen auch miteinander verschmelzen, beispielsweise bei Fuhrparks?

Definitiv. In Großstädten wächst die Zahl der Leute, die privat auf ein eigenes Auto verzichten. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Sharing Economy, also das Teilen von Fahrzeugen, aus dem privaten Bereich kommend auch bei den großen Unternehmen ein Thema wird. Die Unternehmen müssen auch attraktive Angebote abseits des klassischen “Firmenwagens” anbieten. Derzeit setzen wir ein Pilotprojekt mit einem großen Flottenbetreiber um, damit dessen Fahrzeuge künftig auch anderen Operatoren zur Verfügung gestellt werden. So können dann beispielsweise Ridesharing-Anbieter wie Taxibetriebe zu Stoßzeiten, etwa Donnerstag, Freitag und Samstag nachts, Fahrzeuge von Flottenbetreibern nutzen, um diese Peaks auszugleichen. Shuttle und Fleet verschmelzen also. Ein anderes Beispiel wären Autohändler, die im Anschluss an die Öffnungszeiten ihre Fahrzeuge, die sonst über Nacht nur auf dem Hof stehen würden, an einen Shuttle-Service vermieten könnten.

Was plant Wunder-Mobility für die Zukunft?

Unsere drei Mobilitätsprodukte decken bereits einiges ab, in Zukunft wird es aber weitere Produkte geben, die sich beispielsweise mit dem ansteuern autonomer Fahrzeuge beschäftigen. All diese Produkte wollen wir dann auf einer Plattform, Wunder Mobility OS, zugänglich machen. Unsere Kunden fragen häufig nach Empfehlungen zu Fahrzeugen, IoT-Lösungen oder sogar Versicherungen und Callcentern. Für uns wird es daher perspektivisch wichtig sein, einen App-Store zur Verfügung zu stellen, um unseren Kunden eine passende Gesamtlösung anzubieten, ähnlich wie der App-Store von SAP. In unserem Store gibt es dann beispielsweise eine App für Parkraummanagement oder eine Anwendung, die dem Fahrzeugbesitzer sagt, ob das Auto dreckig ist und vor der nächsten Fahrt gesäubert werden muss. Unser Ziel für die Zukunft ist es, zu dem Betriebssystem der Mobilität zu werden.