Formel E: Präsentiert von

Vorschau zum Formel-E-Finale in New York

Das große Finale der Formel-E-Saison 2017/18 steht kurz bevor. Nach acht Monaten und zehn Rennen mit fünf verschiedenen Siegern kommt ein weiteres spektakuläres Jahr in der noch jungen Geschichte der Elektroserie am Wochenende in New York City zu einem Ende.

Die Formel E trägt in New York wie schon 2017 zwei Rennen aus | Foto: FIA Formula E
Die Formel E trägt in New York wie schon 2017 zwei Rennen aus | Foto: FIA Formula E
Timo Pape

Das große Finale der Formel-E-Saison 2017/18 steht kurz bevor. Nach acht Monaten und zehn Rennen mit fünf verschiedenen Siegern kommt ein weiteres spektakuläres Jahr in der noch jungen Geschichte der Elektroserie am Wochenende in New York City zu einem Ende. Seit Wochen freuen sich Fans auf das zweite Doppelrennen der Saison und die Titelentscheidung zwischen Jean-Eric Vergne (Techeetah) und Sam Bird (Virgin).

Stadt, Land, Fluss…

New York City braucht eigentlich keine eigene Vorstellung. Die Weltstadt an der US-Ostküste lockt mit ihrer gigantischen Innenstadt, der Freiheitsstatue, dem Times Square oder dem Broadway jährlich mehr als 50 Millionen Touristen an und hat sich ihren Titel "Welthauptstadt" ohne jeden Zweifel verdient.

Die Formel E gastiert für ihren New-York-Lauf im Hafen von Red Hook im Stadtteil Brooklyn. Wie auch New York selbst wurde "Roode Hoek" in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von niederländischen Siedlern gegründet und anfänglich landwirtschaftlich erschlossen. Im Verlauf der Jahre entwickelte sich der Stadtteil zu einem Arbeiter- und Industrieviertel weiter, das besonders durch seinen Hafen bedeutsam für die Region wurde.

Was seit dem letzten Rennen passierte

Die wohl wichtigste Meldung im Zeitraum zwischen dem letzten E-Prix in Zürich und dem New-York-Wochenende: Susie Wolff wird Teamchefin von Venturi. Die ehemalige Formel-1-Testfahrerin für Williams übernimmt schon am USA-Wochenende die Kontrolle über das monegassische Team und wird den Rennstall auch im nächsten Jahr führen, wenn die Formel E nach zweijähriger Abstinenz nach China zurückkehrt: Das erste Rennen in der Küstenstadt Sanya wurde in der letzten Woche bekanntgegeben.

Ferner bestätigte Jaguar, dass die britische Mannschaft im nächsten Jahr weiterhin mit der eingespielten Fahrerpaarung aus Mitch Evans und Nelson Piquet jr. an den Start gehen wird. Nach Audi ist die "Raubkatze" damit das zweite offiziell bestätigte Team, das unverändert in die fünfte Formel-E-Saison gehen wird.

Zeitplan 2018 (alle Zeiten in MESZ)

Samstag:

  • 13:30 - 14:15 Uhr - 1. Freies Training
  • 16:00 - 16:30 Uhr - 2. Freies Training
  • 17:30 - 18:30 Uhr - Qualifikation
  • 21:30 - 22:30 Uhr - Rennen (45 Runden)

Sonntag:

  • 14:30 - 15:15 Uhr - 3. Freies Training
  • 17:00 - 18:00 Uhr - Qualifikation
  • 21:00 - 22:00 Uhr - Rennen (43 Runden)

Strecke

Die Strecke im Hafen von Brooklyn erinnert vom ersten Eindruck her ein wenig an den Kurs in Hongkong. Insgesamt 14 Kurven auf 3,373 Kilometern gilt es neuerdings für die Fahrer zu meistern. Anders als noch im Vorjahr wartet am Ende der Startgeraden statt einer Haarnadel nun ein Kurvenkomplex aus einer breiten Linkskurve und vier Rechtsbögen auf die 20 Piloten. Die neuen Kurven machen diesen Teil der Strecke um einiges tückischer.

Während das Rennen auf der langen Gerade zwischen den Kurven 5 und 6 starten wird, befindet sich die Ziellinie auf Höhe der Boxenausfahrt hinter Turn 14. Der Energieverbrauch pro Runde beläuft sich auf etwa 4,5 Prozent der im 28-kWh-Akku gespeicherten Energie.

New York zeichnet sich durch seinen Mix aus vergleichsweise langen Geraden, einigen Highspeed-Ecken wie Kurve 5 und langsamen Kurvenkomplexen aus. Die besten Überholmöglichkeiten für die Fahrer bieten sich in den Kurven 6 und 10, wenngleich der genaue Aufbau von Kurve 6, der ersten Kurve nach dem Rennstart, noch unbekannt ist.

Die Formel E im TV & Live-Stream

Zum großen Saisonfinale holt TV-Partner Eurosport alles aus der Formel E heraus. Beide Qualifyings und Rennen werden am Wochenende live auf Eurosport 1 übertragen. Hinter dem Mikrofon kommentiert Oliver Sittler das Renngeschehen. Dank des offiziellen YouTube-Live-Streams wird jede Session des Wochenendes in Deutschland frei empfangbar sein.

Abgesehen von Eurosport feiert die Formel E außerdem ihr Comeback im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Erstmals wird das ZDF bei beiden Rennen jeweils einen Online-Stream zur Formel E anbieten. Aris Donzelli berichtet live aus New York.

Wetter

Die Fans erwartet schönstes Sommerwetter in New York. Anders als im vergangenen Jahr, als die Teams sich noch vor potenziellen Regenfällen am Rennsamstag fürchteten und der Shakedown gänzlich "ins Wasser fiel", erwarten Meteorologen am Samstag sonnige 28 und am Sonntag 29 Grad Celsius. An beiden Tagen sollen nur ein paar Wolken den Himmel schmücken. Mit Regen ist bislang nicht zu rechnen.

Prognose

Nach Jean-Eric Vergnes enttäuschendem Zürich-Wochenende ist die Meisterschaft wieder völlig offen. Nur noch 23 Punkte trennen ihn von seinem Verfolger Sam Bird. Während dieser in den letzten Tagen über seine Social-Media-Kanäle Fotos von Interviewterminen und Trainings-Sessions teilte, entflüchtete Vergne dem Medientrubel und bereitete sich mit einem ruhigen Strandurlaub mental auf das Rennen vor.

Der Druck liegt zweifelsohne bei Vergne, der erstmals seit dem Gewinn der Formel Renault 3.5 im Jahr 2011 wieder nach einem Titel greifen kann. Schon am Samstag könnte er den Sack zumachen, sollte er sechs Punkte mehr als Bird einfahren.

Dass diese Aufgabe jedoch keine einfache wird, ist Vergne sicherlich bewusst: 2017 dominierte DS Virgin das gesamte New-York-Wochenende und sicherte sich beide Pole-Positions und beide Rennsiege in Brooklyn.

Doch vor der aktuellen Saison wurden die Karten neu gemischt: Techeetah hatte auf den meisten Strecken Vorteile gegenüber Virgin. Dass Bird überhaupt noch Chancen auf die Meisterschaft hat, liegt wohl hauptsächlich an seinem fahrerischen Können - ohne Alex Lynn sein Talent aberkennen zu wollen. Unter normalen Umständen sollte Vergne am Wochenende den Titel klar machen und zum vierten Formel-E-Meister in vier Jahren werden.