Volkswagen will autonom parken lassen

Der Konzern stellte in Hamburg ein Pilotprojekt zum autonomen Parken vor, das 2021/2022 als Sonderausstattung angeboten werden könnte.

Noch ist der Serienanlauf des autonomen Parkens nicht beschlossen, für das in Parkhäusern Bildmarker an Säulen und Querträgern aufgehängt und Abgabe- und Empfangszonen eingerichtet werden müssen. (Parkplatz-Markierungen_3) | Foto: D. Fund
Noch ist der Serienanlauf des autonomen Parkens nicht beschlossen, für das in Parkhäusern Bildmarker an Säulen und Querträgern aufgehängt und Abgabe- und Empfangszonen eingerichtet werden müssen. (Parkplatz-Markierungen_3) | Foto: D. Fund
Redaktion VISION mobility

Der Volkswagen-Konzern will „ab Anfang des nächsten Jahrzehnts“ das autonome Parken als Sonderausstattung anbieten. Der Fahrer kann seinen Wagen dann an einer Übergabestation am Parkhaus verriegeln und mit einer App den selbsttätigen Einparkvorgang starten. Gelenkt von Kameras und Sensoren und geführt von Tafeln im Parkhaus sollen die Fahrzeuge anschließend selbsttätig ihren Parkplatz finden. Bei der Abholung aktiviert der Fahrer die App ein paar Minuten im Voraus und wartet in einer Übergabezone, bis sein Auto von alleine anrollt. Gebucht und bezahlt wird über die App. Das verkündete Volkswagen bei einer Pressekonferenz, die am 13. April 2018 am Hamburger Flughafen stattfand. Dort wurde für ein Pilotprojekt ein Teil eines Parkhauses für einige Monate abgesperrt, um das autonome Parken zu entwickeln.

Laut Christoph Blume, Leiter der Unterabteilung für pilotiertes Fahren, besteht die Herausforderung dahin, mit den Daten bereits heute eingebauter Sensoren der Park-Distance-Control, von Radarsystemen und von Kameras ein Umfeld zu erzeugen, in dem sich das Fahrzeug sicher bewegt. Wie Johann Jungwirth, Chief Digital Officer des Volkswagen-Konzerns, bei der Pressekonferenz erläuterte, wird das autonome Parken zunächst in abgesperrten Teilen von Parkhäusern weiter entwickelt, um es in einem zweiten Schritt auch für den Mischbetrieb zu ertüchtigen, bei dem auch Menschen mit ihren Autos im Parkhaus unterwegs sind. Jungwirth bezeichnete das autonome Parken als den nächsten Teilschritt hin zum autonomen Fahren.

Beim rein autonomen Parken rechnen die Parkhausbetreiber mit einem wesentlich geringeren Platzbedarf, weil der Platz wegfällt, den ein- und aussteigende Fahrer zum Öffnen der Türen brauchen. Das war für Michael Eggenschwiler ein Grund, das Projekt zu unterstützen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Hamburger Flughafens findet am autonomen Parken aber auch reizvoll, dass seine täglich 48.000 Passagiere ihre An- und Abreise so entspannter gestalten könnten.

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, erhofft sich vom autonomen Parken eine Entspannung beim Parken in Großstädten, wo die Bürger durchschnittlich 41 Stunden pro Jahr für die Suche nach einem Parkplatz bräuchten. Hamburg unterstütze daher dieses Projekt und sehe sich damit als Modellstadt für andere Städte in seiner Größenordnung. Johann Jungwirth hatte dazu noch eine andere Formel parat: „Wir wollen die 30 Prozent der Fahrzeit, die die Menschen im Stadtgebiet mit der Parkplatzsuche verbringen, auf Null reduzieren“, erklärte er plakativ die Strategie des Konzerns, „Mobilität für alle“ unter dem Schlagwort „Mobility as a service“ anzubieten. Damit sind dann aber auch selbstfahrende Fahrzeuge für den Individual- und den Sammelverkehr gemeint und nicht nur das automatische Einparken von Fahrzeugen. dif