SXSW 2018: Ein Fazit

Wie wichtig die stark gewachsene „South by Southwest“ mittlerweile geworden ist, zeigt auch der Anteil der Stars und Strernchen, die dort über Mobilität und Lebensphilosophien diskutieren.

Die "South by" bot auch 2018 wieder viele interessante Ansätze. | Foto: G. Soller
Die "South by" bot auch 2018 wieder viele interessante Ansätze. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Natürlich braucht und bietet auch die „South by“ einen Promifaktor. Dafür sorgte schon der „Connected mobility“-Arm der Messe Frankfurt, die ein „exklusives Automotive Weekend“ in Austin zusammenstellte. Lohnt sich das Engagement der Frankfurter? Wir meinen ja, den gestartet wurde am „Talk&Tacos-Abend“ mit keinem Geringeren als der CEO der Deutschen Bank, John Cryan, der von Zeit-Online-Chefredakteur Jochen Wegener in dessen typisch dezent-tiefgründigen Art lange befragt wurde. Man spürte sofort, dass die beiden einen Draht zueinander hatten, als Cryan völlig entspannt zugab, dass er derjenige sei, der eigentlich am aller ungeduldigsten mit dem Umbau der Deutschen Bank – doch da sei eben Zeit gefragt, wenn man bei einem „Supertanker“ wie dem größten deutschen Geldhaus den Kurs ändern wolle. Über eine Stunde unterhielten sich Wegener und Cryan am Abend des 9.3., bevor der Zeit-Online-Chefredakteur am nächsten Tag die Session „Connected mobility“ moderierte. Die am 10.3. im „German Haus“ stattfand, einem eher grungigen Lokal. Dort sprach Wegener imm lockeren Rahmen mit Kevin Ashton, dem Vater des Begriffs „Internet der Dinge“, Babak Hodjatm, dem Mitgründer und CEO von Sentinet Technologies und Wilko Stark, der Leiter von CASE bei Daimler. Abgerundet wurde der „Connected-mobility-Block“ mit dem Breakfast Club einer „Inside me convention“, bei der, man hört es schon am Titel, nochmal Daimler zu Wort kam: Diesmal referierten Britta Seeger, im Daimler-Vorständ für den Vetrieb verantwortlich, und Jens Thiemer, der Vice Presindent Marketing und Communication bei Mercedes-Benz Cars über Regularien und Regeln, die vor allem auch das autonome Fahren betreffen werden. Und weltweit teils noch sehr unterschiedlich ausgelegt werden.

Natürlich war auch Elon Musk vor Ort, der diesmal über seine Eroberung des Weltalls über Space X referierte. Vor dem Hilton-Hotel, wo er seinen Talk hielt, bildeten sich lange Schlangen.  Am 11.3. lud er zu einer Question-and-answer-Session zu Space X und Tesla und twitterte die Idee eines weiteren Hyperloop-Ablegers. Dabei handelt es sich um kleinere Fahrzeugeinheiten, die oberirdisch bestiegen werden, bevor sie unterirdisch autonom mit 200 km/h zur nächsten Haltestelle rasen. Ebenfalls am 11.3. hatte Arnold Schwarzenegger seinen Auftritt und sorgte abermals für Warteschlangen vor dem Saal H des Hilton: Dort sprach er mit dem Politikjournalisten Isaac dovere von Poilitico über seine eigenen politischen Prinzipien und “Kaiserschmarrn”, wie Arnie selbst twitterte. Außerdem äußerte er sich zum Thema Gerrymanering, dem in den USA üblichen Mehrheitswahlrecht, welches das Verhältniswahlrecht ausschließt und so zu Verzerrungen beim Wahlergebnis führen kann. Außerdem erklärte er, warum er nach Abschluss seiner aktiven politischen Karriere als Gouverneur von Kalifornien weitere Themen angehen möchte und wie er die Zukunft der amerikanischen Politik sieht.

Allein, um alle „Connected-mobility“-Aspekte der South-by zu erfassen, müsste man in Truppenstärke vor Ort sein. Insofern beantwortet sich auch die Frage nach dem Engagement der Messe Frankfurt: ja, es lohnt sich, zumal sich daraus auch Ideen für ähnliche Veranstaltungen andernorts ableiten lassen. Zum Beispiel der Daimler-Ableger der „me-convention“. Am allerwichtigsten dabei sind aber Herzblut und Spaß, die hinter der ganzen Veranstaltung stecken. Und das brachte Musk in seinem Tweet am 11.3. dann ganz gut – wenn auch amerikanisch pathetisch -  auf den Punkt: „Das Leben kann nicht nur darum gehen, ein trauriges Problem nach dem anderen zu lösen. Es muss Dinge geben, die dich inspirieren, die dich froh machen, am Morgen aufzuwachen und Teil der Menschheit zu sein. Deshalb haben wir es getan. Wir haben für Sie getan.“

Was bedeutet das?

Die South by Southwest gehört zu den spannendsten Formen der Kommunikation neuer Mobilität – zumal sie für alles steht, was die USA im positiven Sinn „groß“ gemacht hat: Offenheit und Toleranz. Insofern ist das vielseitige Engagement Deutschlands zu begrüßen und der Ansatz der Messe Frankfurt begrüßenswert, „South by“-Ideen auszukoppeln und ins europäische Messegeschehen zu integrieren. Denn Die South by Southwest ist eine gelungene Alternative zu den bekannten Kommunikations- und Messeformaten und bietet auch zu den Themen Konnektivität, Digitalisierung und Mobilität zahlreiche erfrischend neue Ansätze.