Sportscar Together Day – 70 Jahre Porsche

Zum 70. Geburtstag des Sportwagenherstellers wurden in Stuttgart alle jemals gebauten Porsche-Straßenmodelle präsentiert.

Anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Porsche Sportwagen“ hat der Sportwagenhersteller vom 8. bis 10. Juni 2018 seine Kunden und Fans eingeladen, die Faszination Porsche gemeinsam zu feiern. | Foto: B. Brandenburg
Anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Porsche Sportwagen“ hat der Sportwagenhersteller vom 8. bis 10. Juni 2018 seine Kunden und Fans eingeladen, die Faszination Porsche gemeinsam zu feiern. | Foto: B. Brandenburg
Bert Brandenburg

Am 8. Juni 1948 ging ein Sportwagen-Traum in Erfüllung: Der legendäre Ferry Porsche vollendete mit der Zulassung des 356 Nr. 1 Roadster den Bau eines Sportwagens nach seinen eigenen Vorstellungen. Der silberne 356 hatte 35 PS, weder Dach noch Außenspiegel und auch sonst nicht viel gemein mit dem, was Porsche heute ausmacht. Aber dass ein Porsche ein Porsche ist, sagen Fans, sieht man jedem neuen Modell sofort an.

Das Nachfolgemodell des 356, der von Ferry Porsches Sohn Ferdinand Alexander entworfene Porsche 911, wurde 1963 auf der IAA in Frankfurt am Main präsentiert und entwickelte sich in der Folge zu einem der bedeutendsten Automobile der Geschichte. Mit über einer Million gebauten Exemplaren des 911 wurde Porsche zu einem Synonym für die Faszination Sportwagen.
70 Jahre nach dem ersten Porsche-Sportwagen richtet sich der Blick weiter in die Zukunft: Mit dem Mission E steht der erste rein elektrisch angetriebene Sportwagen aus Zuffenhausen in den Startlöchern – und die Begeisterung für sportliche Straßenfahrzeuge vor dem nächsten Kapitel. Und den ehrenvollen Geburtstag hat Porsche nun in Stuttgart gefeiert. Ein großes Treffen der Sportwagen-Enthusiasten aus ganz Deutschland, ob mit dem eigenen Porsche oder als Fan. Alle als Teil der „70 Jahre Faszination Sportwagen“. Alle jemals gebauten Porsche-Straßenmodelle waren in Stuttgart zu sehen – vom 356 bis zum aktuellen Modell. Mehr als 1.000 Porsche-Fahrer haben ihre Sportwagen auf dem Cannstatter Wasen präsentiert und ihre Marke gefeiert. Unter den Besuchern waren auch prominente Anhänger des Autobauers wie US-Schauspieler Patrick Dempsey („Grey's Anatomy“) und der britische Modeunternehmer Magnus Walker, genannt „Urban Outlaw“, der mehr als 40 Porsche in seiner Sammlung hat. Darunter befindet sich auch ein 918 Spyder.

Die Zukunft rückt auch auf dem Ausstellungsgelände immer näher: Der erste rein elektrisch betriebene Porsche geht nächstes Jahr in Serie. Jetzt hat er seinen Namen bekommen: Aus der Konzeptstudie „Mission E“ – dieser Titel steht inzwischen für die gesamte Elektro-Offensive von Porsche – wird Taycan. Der Name bedeutet „lebhaftes, junges Pferd“ und greift damit den Mittelpunkt des Porsche-Wappens auf: Seit 1952 ist hier ein springendes Ross zu sehen.

Zwei Synchronmotoren mit einer Systemleistung von mehr als 600 PS (440 kW) beschleunigen den Elektrosportler in deutlich weniger als 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und in unter zwölf Sekunden auf 200 km/h. Hinzu kommt eine von Elektrofahrzeugen bisher unerreichte Dauerleistung: Mehrere Beschleunigungsvorgänge direkt hintereinander sind ohne Leistungsverlust möglich. Die maximale Reichweite beträgt über 500 Kilometer gemäß NEFZ.

Was bedeutet das?

Porsche ist und bleibt Kult. Und zum 70. Geburtstag geht es dem Sportwagenbauer aus Zuffenhausen so gut wie nie. Doch ein Selbstläufer ist der Mythos Porsche wahrlich nicht. Mit den Audi-Dieselmotoren ist auch Porsche von der Abgaskrise betroffen. Der Autobauer wächst und wächst und eilt von einem Rekord zum nächsten. Mehr Absatz, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Aber auch wieder mehr Sorgen. Porsche steckt mittendrin im Skandal um manipulierte Abgaswerte. Die Behörden ordneten Rückrufe für zehntausende Fahrzeuge an. Außerdem ermittelt die Justiz, sie durchsuchte den Stammsitz in Zuffenhausen und nahm einen Manager wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft.

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