Shell Eco-Marathon 2018: Hitze- statt Wasserschlacht

Der Eco-Marathon in London 2018 bot verschärfte Bedingungen für die Teilnehmer

Großes Teilnehmerfeld: Auch der Eco-Marathon 2018 war gut für Überraschungen. | Foto: Shell/Colin Whyman
Großes Teilnehmerfeld: Auch der Eco-Marathon 2018 war gut für Überraschungen. | Foto: Shell/Colin Whyman
Gregor Soller

Dauersonnenschein und Temperaturen über 30 Grad machten den Teilnehmern des Eco Marathon im Olympic Park in London zu schaffen. Insgesamt beteiligten sich knapp 150 Teams aus 24 Ländern Europas und Afrikas am Shell Eco-marathon Europe, der im Rahmen des „Make the Future Live“- Festivals ausgetragen wurde, das in den vier Festivaltagen 15.000 Besucher zählte. Neben Europa/Afrika findet der Shell Eco-Marathon auch in Asien und Amerika statt. Bei der World Drivers Championship, dem Kampf der jeweils drei besten Urban Concept-Teams aus dem europäischen, asiatischen und amerikanischen Wettbewerb siegte in London erneut ein Team aus Indonesien.

Die deutschen Teams erzielten Achtungserfolge: Am Ende erreichten mit der Hochschule Stralsund und der Evangelischen Schule Neuruppin zwei der elf deutschen Teams das Siegertreppchen in den jeweiligen Kategorien. Auf den vierten Platz fuhren das Schulzentrum am Sund, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften München und die Hochschule Offenburg. Die sonst so erfolgsverwöhnten Studenten der TU München mussten sich mit einem achten Platz zufriedengeben. Pech hatten die Studenten der TU Cottbus/Senftenberg, die mit ihrem neuen Urban Concept-Fahrzeug „Mammut“ keinen gültigen Wertungslauf erzielen konnten.

„Natürlich sind wir sehr, sehr happy mit der Platzierung“, hieß es im Stralsunder Team. Gleich beim ersten Versuch hatte die routinierte Fahrerin in der Gruppe der Prototypen mit Wasserstoff/Brennstoffzelle 779 km/m3 erreicht und damit die Konkurrenz deutlich hinter sich gelassen. Die favorisierten Studenten vom TUfast Eco Team hatten sich natürlich mehr erhofft, sind aber dennoch stolz auf ihr Auto und ihre Teamleistung und im nächsten Jahr natürlich wieder mit dabei. Allein schon wegen der „autonomous challenge“, die beim diesjährigen Shell Eco-marathon Europe mit vier teilnehmenden Hochschulen getestet wurde und bei der sich die Münchner, zusammen mit den Offenburgern gegen zwei Teams aus den Niederlanden und Dänemark behaupten mussten. Im kommenden Jahr soll das autonome Fahren offizielle Kategorie werden.

In der stark umkämpften Klasse der Prototypen mit Verbrennungsmotor siegte einmal mehr das Team vom Lycee Saint-Joseph La Joliverie. Mit 2324 km/l blieben die Franzosen zwar hinter ihrem Vorjahresergebnis (2503,9 km/l) zurück, zeigten aber erneut eindrücklich, welche Effizienzreserven beim Verbrenner noch zu heben sind. Den schreibt Shell noch lange nicht ab: „Der Verbrennungsmotor und damit flüssige Kraftstoffe, werden auch in Zukunft noch eine große Rolle im Transportsektor spielen, vor allem im Straßengüterverkehr und bei Langstreckenfahrten“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Shell Deutschland Oil GmbH, Dr. Thomas Zengerly. „Im Pkw-Sektor wird die Bedeutung der Elektromobilität zunehmen und hier sprechen wir sowohl über Brennstoffzellenfahrzeuge als auch über batterieelektrische Fahrzeuge. Elektrifizierung mit grünem Strom ist eine mögliche Lösung, CO2-Emissionen im Transportsektor zu senken.

Was bedeutet das?

Noch immer ist der Der Eco-Marathon ein tolles Vehikel, um zu zeigen, wie weit man mit minimalem Ressourceneinsatz kommen kann. Dabei fällt auf, dass sich auch bei Shell der Druck verstärkt, alternative Energien neu zu denken und ins Portfolio zu integrieren.