Sachsenring Bike Manufaktur erhält Großauftrag von Nextbike

Die Nextbike GmbH aus Leipzig hat 40.000 neue Fahrräder bei der Sachsenring Bike Manufaktur GmbH in Sangerhausen bestellt.

Buikesharing boomt - weshalb Nextbike jetzt 40.000 Räder bei der Sachsenring Bike Manufaktur geordert hat. | Foto: Nextbike
Buikesharing boomt - weshalb Nextbike jetzt 40.000 Räder bei der Sachsenring Bike Manufaktur geordert hat. | Foto: Nextbike
Gregor Soller

Dass auch räumliche Nähe ein Vorteil sein kann, beweist der Deal derv Sachsenring Bike Manufaktur mit Nextbike. Zwar montiert Nextbike nach eigenen Angaben auch Räder in der eigenen Produktionsstätte in Leipzig, doch die Nachfrage für die Nextbike-Sharing Systeme sei immens. „Unsere Auftragsbücher sind randvoll“, freut sich Ralf Kalupner, Geschäftsführer und Gründer der nextbike GmbH. „Um diesen wachsenden auch internationalen Bedarf weiterhin bedienen zu können, haben wir mit der Sachsenring Bike Manufaktur einen starken Partner in der Fahrradbranche gefunden, der sowohl über Know-how als auch über große Produktionskapazitäten verfügt. Sehr hilfreich ist auch die räumliche Nähe zur kurzfristigen Abstimmung. Des Weiteren ist für uns als Kunde natürlich auch wichtig, dass Sachsenring Bike Manufaktur die besonderen Qualitätsanforderungen bei der Produktion von Verleihrädern versteht und zuverlässig umsetzt“, erklärt Ralf Kalupner seine Entscheidung weiter.

Auch Stefan Zubcic, Geschäftsführer der Sachsenring Bike Manufaktur GmbH, rechnet mit einem weiter stark wachsenden Bike-Sharing-Markt. Der Auftrag passe auch gut zur Strategie, die großen Produktionskapazitäten offensiv für Assemblierungsdienstleistungen anzubieten.

Die Sachsenring Bike Manufaktur ist die Nachfolgerin der einstigen Marke Mifa (Mitteldeutsche Fahrradwerke GmbH), die nach Insolvenz 2017 neu startete. Dieses Jahr sind 200.000 Räder geplant. Die Einzelteile für die Räder werden überwiegend weltweit geordert, um dann in Sangerhausen  montiert zu werden, dazu kommt eine Lackieranlage. Sachsenring fertigt Räder auch unter den Marken Grace, Steppenwolf und Vaun, dazu kommen Räder für andere Hersteller und Fahrrad- sowie Discountmärkte. So bekam das Unternehmen im Oktober 2018 den Auftrag, für die Schweizer Firma My Stromer die beiden hochpreisigen Pedelecs ST3 und ST5 für europäische Märkte und die USA zu fertigen. Interessanter Nebenaspekt: Laut dem „Handelsblatt“ kann die Sachsenring Bike-Manufaktur von den neuen Anti-Dumpingzöllen der EU gegen E-Bike-Importe aus China profitieren, denn einige Importeure aus Europa und chinesische Produzenten suchten deshalb nach Alternativen und lassen jetzt im Südharz fertigen. „Es ist das erste Mal, dass es gelingt, Arbeitsplätze aus China zurückzuholen“, freut sich Sachsenring-Chef Zubic laut Handelsblatt und hofft so dass deutsche E-Bike-Bauer durch die Strafzölle wieder konkurrenzfähig werden, denn die staatlichen Subventionen und die Exportförderung in China haben den Wettbewerb im Bike-Business zuletzt verzerrt.

Was bedeutet das?

Bike-Sharing wird immer populärer, wovon jetzt auch deutsche Fahrradhersteller wieder profitieren. Dazu kommen die Strafzölle auf chinesische Räder, welche den einheimischen Herstellern weiteren Rückenwind geben.