PSA entwickelt Leichtfahrzeug der Kategorie L5e

PSA leitet die Forschungs- und Herstellungsphase des neuen Vorführfahrzeugs und weitet so die eigene Konstruktionskompetenz über die Automobilbranche hinaus aus.

PSA entwickelt ein neues Leichtfahrzeug zwischen Roller und Pkw. | Foto: PSA
PSA entwickelt ein neues Leichtfahrzeug zwischen Roller und Pkw. | Foto: PSA
Gregor Soller

Am 30.11.2017 stellte das europäische EU-Live-Konsortium eine neue elektrische Mobilitätslösung der Kategorie L5e vor. Diese Fahrzeugkategorie positioniert sich zwischen dem Zweirad- und Vierradsegment und ist mit einem elektrischen Plug-In Hybrid-Fahrzeugantrieb (PHEV), zwei radintegrierten Elektromotoren und einem Benzin-Verbrennungsmotor ausgestattet.

Das neue Fahrzeug soll auf allen Straßen und Autobahnen eingesetzt werden können und bietet Fahrern zahlreiche Vorteile. Es genügt auch ein Pkw-Führerschein, man muss keine Motorradprüfung machen. Der Kippmechanismus soll ein einfaches Handling bieten, dass sich an Dreiradrollern orientiert. Mehr als die Hälfte der 13 von der Groupe PSA angemeldeten Patente beziehen sich auf diese Technologie und auf die Rollstabilisierung. Im System kommen insbesondere hydraulische Komponenten und hydropneumatische Federungen zum Einsatz. Das neue Leichtfahrzeug hat eine Gesamtreichweite von 300 Kilometern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Mithilfe der beiden radintegrierten Elektro-Heckmotoren, die von den beiden Elaphe und Brembo entwickelt wurden, fährt das Fahrzeug im emissionsfreien Modus bei Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern. Die von Samsung SDI entwickelte 48-Volt-Batterie kann durch Bremsenergierückgewinnung wieder aufgeladen werden. Auf Überlandfahrten bei Geschwindigkeiten zwischen 70 und 130 km/h übernimmt der 31 Kilowatt-Einzylindermotor des Peugeot Scooter den Antrieb.

Die kompakten Maße von 2,4 Meter x 0,85 Meter und die Schiebetüren erleichtern das seitliche Einparken und nehmen wenig Platz auf der Straße ein. Das Fahrzeug verfügt über eine abgeschlossene, beheizte Fahrerkabine, ebenso wie über Sicherheitsgurte und einen Airbag, wodurch Helme, Handschuhe, wasserfeste Kleidung und weitere Schutzausrüstung überflüssig werden.

Eines der Hauptziele des EU-Live-Konsortiums ist die Entwicklung von gemeinsamen Antriebssträngen, die für eine Vielzahl von Leichtfahrzeugen verwendet werden können, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Was bedeutet das?

Es muss nicht immer ein Pkw sein. Die neue Kategorie L5e schließt exakt die Lücke zwischen Zweirädern und Pkw. Man darf gespannt sein, wo und wie sich diese Fahrzeuggattung etablieren wird, denn auch preislich müsste sie sich zwischen Roller und Pkw einordnen. Scahde, dass noch ein Einzylinder-Verbrenner mitarbeiten muss - das macht das Package teurer und nicht ganz so sauber.