Moia präsentiert E-Fahrzeug für Ride-Pooling

Das Volkswagen-Mobilitätsunternehmen MOIA hat auf der TechCrunch Disrupt in Berlin das Ride-Pooling-Konzept samt dem Elektro-Shuttle vorgestellt, das auf dem VW Crafter basiert.

In Berlin präsentierte Moia sein Ride-Pooling-Konzept. | Foto. Moia
In Berlin präsentierte Moia sein Ride-Pooling-Konzept. | Foto. Moia
Gregor Soller

Auch in Sachen Ride-Pooling, andernorts als Rufbusservice bekannt, bleibt der VW-Konzern auf dem Gas: In Berlin präsentierte man jetzt das Komplettkonzept samt zugehörigem Elektrofahrzeug, das in einem Jahr im einstigen Karmann-Werk Osnabrück entstand. Das erste Projekt soll Ende 2018 in Hamburg mit 200 Elektro-Shuttles starten. Das künftige Planziel liegt aber viel höher: Bis 2025 möchte Moia die Städte in Europa und den USA eine Million Fahrzeuge entlasten. Bereits seit Oktober 2017 testet Moia den Service in Hannover mit 20 VW T6. Dabei testete und entwickelte man die einzelnen Komponenten im Realbetrieb.

Analog zu ähnlichen Konzepten der Bahn oder bei Daimler sieht auch Moia-Chef Ole Harm das Angebot als Bindeglied zwischen öffentlichem Nahverkehr und privaten Fahrzeug und lässt sich verschiedene Ausbaustufen offen. „Wir können nun die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich des Ride-Pooling anbieten – je nach Bedarf aber auch einzelne Bausteine davon.“

Der umgebaute elektrische VW Crafter wurde optisch Richtung Großraumtaxi modifiziert samt Abstellfläche für Großgepäck im vorderen Bereich. Die großzügigen Sitze bieten dimmbare Leselampen und USB-Ports. Außerdem gibt es an Bord WLAN. Aufgrund der opulenten Ausstattung passen nur sechs Fahrgastplätze in den Moia-Crafter. Die Reichweite soll nach WLTP-Standard bis zu 300 Kilometer betragen. In einer halben Stunde sollen die Akkus wider zu 80 Prozent geladen werden können.

Bestellt und bezahlt wird das Rufbussystem via App. Die zeigt schon während der Bestellung an, wann und wo ein Fahrzeug zur Verfügung steht und was die Fahrt voraussichtlich kosten wird. Das wichtige Geschäftsmodell dahinter ist jedoch wie bei Daimler oder Uber der Pooling-Algorithmus, der Fahrgäste mit ähnlichem Abfahrtspunkt und Ziel bündelt, um so die Auslastung zu optimieren. Auf der Betreiberseite ist das Pendant dazu eine Fahrer-App sowie ein Flottenmanagementsystem.

Was bedeutet das?

Vor allem die Van-Hersteller sind interessiert daran, ihre Produkte zwischen die Privat-Pkw und den ÖPNV zu schieben. Dass es für „Rufbussysteme“ einen Markt gibt, demonstrieren seit Jahrzehnten Länder wie Russland oder die Türkei. Insofern sollte auch Moia funktionieren und im Idealfall tatsächlich Privat-Pkw ersetzen.