Mitsubishi und NewMotion starten Pilotprojekt für bidirektionales Laden

NewMotion arbeitet bei dem Projekt in den Niederlanden mit Mitsubishi und dem Netzbetreiber TenneT zusammen.

Der Outlander PHEV ist bereits bidirektional ladefähig, was NewMotion zur Kooperation mit Mitsubishi bewog. | Foto: Mitsubishi
Der Outlander PHEV ist bereits bidirektional ladefähig, was NewMotion zur Kooperation mit Mitsubishi bewog. | Foto: Mitsubishi
Gregor Soller

Bi-direktionales Laden, auch “Vehicle to Grid” (V2G) genannt, soll die Elektromobilität beschleunigen und Bedarfsspitzen glätten. Nachdem diese Technik in Japan schon ausgiebig implementiert wurde und getestet wird, setzte man V2G-Lösungen in Europa bisher eher zögerlich um, da dafür immer mehrere Koooperationspartner benötigt werden.  Die fanden sich jetzt mit Mitsubshi, New Motion und TenneT. Mittlerweile nahm man die erste Ladestation für V2G-Laden in Betrieb. Mit der V2G-Technologie können Lastspitzen im Energiebedarf besser ausgeglichen werden, indem Fahrzeuge nicht nur Strom aus dem Netz ziehen, sondern auch wieder einspeisen. Es werden V2G-Ladestationen von Enel und Netzservices und -technologie von Nuvve genutzt. Bei dem Projekt wird der Mitsubishi Outlander PHEV eingesetzt.

Heutzutage wird vermehrt Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- oder Solarkraft genutzt. Diese Energie ist noch stark wetterabhängig und somit unbeständig. „Mit der V2G-Technologie werden geparkte Fahrzeuge – zu Hause und am Arbeitsplatz – zu Energieanbietern und -puffern. Die Fahrzeuge können überschüssige Energie speichern und zu Spitzenlastzeiten an das Netz zurückgeben. So erreichen wir mehr Stabilität und Sicherheit im Stromnetz“, erklärt Sytse Zuidema, CEO von NewMotion. Alle Mitsubishi Outlander PHEVs und deren Batterien sind bereits mit V2G-Ladestationen kompatibel. „Die Mitsubishi Motors Corporation ist ein Vorreiter in Sachen V2G und nutzt diese Technologie bereits für seine PHEVs. Zusammen mit unseren Partnern wollen wir zeigen, wie einfach V2G zu implementieren ist. Die neue Technologie kann einen großen Unterschied machen – sowohl für das Stromnetz als auch für die Geldbeutel der Elektroautofahrer“, so Zuidema weiter.

TenneT ist ein führender europäischer Betreiber von Elektrizitätsübertragungsnetzen und ist für die Ausbalancierung des niederländischen Stromnetzes verantwortlich. TenneT ermöglicht die Stromübertragung. „Mit der wachsenden Energiegewinnung aus nachhaltigen Quellen geht auch die Unbeständigkeit des Stromnetzes einher. Nachfrage und Angebot müssen stets im Gleichgewicht sein. Deshalb sucht TenneT nach neuen, dezentralen Energiequellen, um die nötige Flexibilität zu gewährleisten. Dieses V2G-Pilotprojekt ist Teil einer umfassenden Strategie, um das Stromnetz auf die Energiewende vorzubereiten“, sagt Mel Kroon, CEO von TenneT.

Das in Kalifornien ansässige Unternehmen Nuvve hat die Grid Integrated Vehicle Plattform GIVe™ entwickelt, die den Energiefluss von und zu Elektroautos regelt. Die Plattform stellt sicher, dass die Reichweitenanforderungen der Elektroautofahrer erfüllt werden und zugleich genug Strom im Netz zur Verfügung steht. Nuvve ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung von V2G-Technologien und gewährleistet die Bereitstellung von Zusatzleistungen an TenneT. „Wir freuen uns im Rahmen dieses Projekts, TenneT unsere Services für die bi-direktionale V2G-Frequenzregulierung zur Verfügung zu stellen. Wir erwarten, dass die europäische Gesetzgebung zu Gunsten von dezentralen Energiebrunnen geändert wird. Dieses Projekt ist richtungsweisend und stellt sicher, dass Elektrofahrzeuge in das Stromnetz integriert werden“, sagt Gregory Poilasne, CEO von Nuvve.

Was bedeutet das?

Vehicle-to-Grid Lösungen dürften künftig unabdingbar ein für die Elektromobilität, um die Stromnetze besser auszubalancieren. Was wiederum den erneuerbaren Energiequellen hilft. Außerdem kann für Nutzer von Elektromobilität so ein neues Geschäftsmodell entstehen.