Jaguar elektrifiziert den E-Type

Über 50 Jahre nach der Vorstellung elektrifiziert Jaguar mit dem E-Type die Vergangenheit

Bis auf die LED-Scheinwerfer und den Antriebstrang surrt hier ein original restaurierter 68er E-Type - rein elektrisch. | Foto: Jaguar
Bis auf die LED-Scheinwerfer und den Antriebstrang surrt hier ein original restaurierter 68er E-Type - rein elektrisch. | Foto: Jaguar
Gregor Soller

Jaguar Land Rover Classic präsentierte  einen rein elektrisch angetriebenen E-Type. Der „E-Type Zero“ basiert auf einem restaurierten Originalfahrzeug und erhielt seinen emissionsfreien Antriebsstrang bei Jaguar Land Rover Classic Works in Coventry – und damit nicht weit entfernt vom Geburtsort des legendären Originals. „Mit dieser Studie möchten wir zeigen, dass es auch für Liebhaber klassischer Jaguar Modelle Antriebsalternativen für die Zukunft geben kann. Im nächsten Schritt prüfen wir auf Basis der Reaktionen unserer Kunden eine Markteinführung des E-Type Zero“, erklärt Tim Hannig, Direktor Jaguar Land Rover Classic fort. Der Jaguar E-Type Zero besitzt nicht nur die Optik und das Fahrverhalten des E-Type, sondern bietet auch außergewöhnliche Fahrleistungen: Aus dem Stand ist der elektrische Roadster mit 5,5 Sekunden eine Sekunde schneller auf Tempo 100 als ein E-Type Serie 1. „Um eine nahtlose Kombination aus dem elektrischen Antriebsstrang und der Fahrwerksabstimmung des Originals zu erreichen, haben wir die Leistung gedrosselt. Wir denken, so das optimale Fahrerlebnis geschaffen zu haben“, sagt Tim Hannig.

Der E-Type Zero basiert auf einem bei Jaguar Land Rover Classics restaurierten E-Type der Serie 1.5, der 1968 gebaut wurde. Bis auf den Antrieb sowie dem – gleichwohl vom historischen Vorbild inspirierten – Armaturenbrett inklusive dort untergebrachter Anzeigen, ist er absolut original. Zugunsten maximaler Energieeffizienz kommen LED-Scheinwerfer zum Einsatz. Doch auch hier orientierte sich das Team von Jaguar Land Rover Classic am Designthema des historischen Serie 1. Der 220 kW starke Antriebsstrang wurde speziell auf den E-Type Zero abgestimmt. Die Lithium-Ionen-Batterie entspricht in ihren Abmessungen und im Gewicht ziemlich genau dem normalerweise unter der Haube sitzenden XK-Sechszylinder – auch die Einbaulage ist identisch. Der Elektromotor und das Untersetzungsgetriebe liegen gleich hinter der Batterie – und damit an gleicher Position wie die Viergang-Schaltbox des historischen Vorbilds. Eine neue Kardanwelle leitet die Kraft an das Differential und den Achsantrieb weiter. Positiver Nebeneffekt: Der E-Type Zero ist sogar 46 Kilo leichter als der klassische E-Type. Dank eines Elektroantriebs mit ähnlichen Gewichten und Abmessungen, wie der zuvor installierte Benziner, übernimmt der E-Type Zero die gesamte Struktur, darunter Aufhängungen und Bremsen, vom Originalmodell. Das erleichterte Jaguar Land Rover Classic den Umbau und die Homologation. Auch die Gewichtsverteilung ist identisch. Folge: der E-Type Zero fährt, bremst und federt exakt so wie sein Counterpart des Jahres 1968. „Wir haben den neuen elektrischen Antriebsstrang in die bestehende Struktur des E-Type implantiert. Das heißt, dass jederzeit auch wieder ein konventioneller Motor eingebaut werden kann. Wir denken, das ist sehr wichtig, um die DNA eines historischen Jaguar nicht zu beschädigen“, betont Tim Hannig.

Der elektrische Antriebsstrang des E-Type Zero wurde nach exakten Vorgaben durch Jaguar Land Rover Classics von einem Spezialisten für Elektroantriebe und Ingenieuren von Jaguar Land Rover gemeinsam entwickelt. Dabei nutzten die Teams auch Technologien und Komponenten aus dem kommenden I-PACE; dem ersten in Serie produzierten elektrisch angetriebenen Jaguar. Der E-Type Zero bietet dank des niedrigen Gewichts und der guten Aerodynamik unter Alltagsbedingungen eine Reichweite von bis zu 270 Kilometern. Die 40 kWh Batterie lässt sich, je nach Stromquelle, über Nacht in sechs bis sieben Stunden neu aufladen.

Was bedeutet das?

Dass theoretisch auch Klassiker und Oldies (und auf Wunsch sogar ab Werk) elektrifiziert werden können.