IAA Nutzfahrzeuge 2018: Smarte Trailer von Schmitz-Cargobull

Schmitz Cargobull schaltet bei Digitalisierung und Elektrifizierung einen Gang hoch.

Plakativ auf der Plane: Der neue "smarte" Anspruch von Schmitz Cargobull. | Foto: G. Soller
Plakativ auf der Plane: Der neue "smarte" Anspruch von Schmitz Cargobull. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Neben der Telematik bestimmt auch immer mehr die Fracht respektive deren intelligente Organisation die Abläufe in der Logistik. Um das plakativ zu veranschaulichen, wurde die ganze IAA Flotte „smart“ beschriftet und tatsächlich sieht Anna Stuhlmeier, Head of Marketing und Communications hier noch ein „erhebliches Poetenzial für die nächsten Jahrzehnte“.  Dazu gab man auch eine strategische Kooperation im Bereich Telematik bekannt: Über eine gemeinsame Schnittstelle können zukünftig Daten zwischen dem Telematiksystem „Cargofleet“ des BPW-Tochterunternehmens idem telematics und dem Schmitz Cargobull TrailerConnect Portal ausgetauscht werden. Auf Kundenwunsch können die Daten aus beiden Systemen jeweils in den dazugehörigen Portalen integriert und übersichtlich dargestellt werden. Digitales Daten- und Temperaturmanagement sind Grundvoraussetzungen für die Logistik der Zukunft. Deshalb stattet Schmitz Cargobull unter dem Motto "100% Smart“ zukünftig alle Sattelkühlkoffer ab Werk serienmäßig mit TrailerConnect sowie einem zertifizierten, digitalen Temperaturschreiber aus.

Zu den bekannten Telematikoptionen, welche auch dafür sorgen, dass der Kipper immer standfest steht und erst dann (gern per Fernbedienung) kippt, stärkt die Digitalisierung auch den Aftermarket: Dazu entführt Dr. Peter Kes, Geschäftsführer bei Cargobull Parts&Services die Kunden direkt nach Neuseeland, wo ein Servicepartner via Lifecam ein Teil am Trailer tauscht und sich dabei mit den Kollegen in Altenberge live austauschen kann. Bei Bedarf können ganze Service- oder Reparaturvorgänge auch per Video hinterlegt werden. Erste Erfahrungen helfen laut Stuhlmeier massiv, Kosten zu senken und Missverständnissen vorzubeugen. Außerdem soll ein QR-Code am Auflieger jeden Trailer in seine Einzelteile aufschlüsseln können. Der wird im Service einmal gescannt und man kann sofort das richtige Ersatzteil auswählen. Zudem wird schon seit Jahren jeder produzierte Trailer mit seiner Fahrgestellnummer komplett in der Schmitz-Datenbank abgelegt. Darüber kann in der Regel jedes Fahrzeug in allen Detail abgerufen werden. Laut Kes umfasst die Datebank mittlerweile weit über 650.000 Fahrzeuge.

Neu ist jetzt der Einsatz von virtual reality: In der „virtuellen Werkstatt“ kann man per VR-Brille Service- oder Reparaturvorgänge üben. Das hilft laut Kes vor allem bei seltenen oder komplexen Vorgängen. Es erleichtert und beschleunigt aber auch Basisarbeiten, was wiederum die Kosten reduziert: „Der Rekord beim virtuellen Luftfilterwechsel an der Kühlmaschine liegt mittlerweile bei zwei Minuten und drei Sekunden“, freut sich Kes. Auch hier lassen sich eher selten vorkommende Reparaturen gut üben. „Geht es dann in die Realität, tun sich die Mechaniker viel leichter mit der Reparatur oder dem Service, weil sie sich in der Regel gut an die einzelnen Komponenten erinnern können“, weiß Kes aus ersten Erfahrungen.

Die Elektrifizierung findet bei Schmitz-Cargobull an den Kühlmaschinen statt: Für 2019 stellt Stuhlmeier den Serienanlauf der rein elektrischen Stirnwand-Kühlmaschine S.CUe in Aussicht stellt, die je nach Anforderung acht bis zehn Stunden rein elektrisch laufen kann. Sie soll die Betriebskosten und vor allem die Betriebsgeräusche merklich senken. Das 80 kWh leistende Akkupaket sitzt im Stützwindenbereich und erhält somit den Palettenkasten. Auch den Kühlaufbau für den Streetscooter haben die Cargobullen elektrifiziert.

Was bedeutet das?

Auch bei Schmitz Cargobull digitalisiert und elektrifiziert kräftig. Das soll den Kunden und Kosten und den Anwohnern Abgase (der Kühlmaschine) und Lärm sparen.