IAA 2017: Hankook tritt futuristisch auf

Hankook zeigte in Frankfurt aufsehenerregende Konzepte - und ganz reelle Neuheiten.

Der "Shiftrac" hätte das Wechseln der Hallenebenen in Frankfurt erheblich erleichtert. | Foto: Hankook
Der "Shiftrac" hätte das Wechseln der Hallenebenen in Frankfurt erheblich erleichtert. | Foto: Hankook
Gregor Soller

Auch Hankook blickt auf der IAA mit Konzeptreifen spektakulär und weit in die Zukunft. Im Fokus standen natürlich die übergeordneten Themen Car-Sharing, autonomes Fahren und vernetzte Fahrzeuge. Dazu legte Hankook das Projekt „Design Innovation 2016“ auf. Dabei werden weltweit führende Design-Universitäten gefördert. Zusammen mit der University of Cincinnati entwickelte man fünf futuristische Konzeptreifen: Den „Magfloat“, ein Fortbewegungsmittel auf Basis von Magnetfelderweiterungen, der „Flexup“, der Treppen steigen kann, sowie der „iPlay“, ein Zweirad mit flexibler Aufhängekonstruktion. Der „Shiftrac“ bietet hervorragende Kurveneigenschaften, während bei „Autobine“ die Reifen gemäß der Anzahl der Passagiere automatisch angebracht oder losgelöst werden können.

Deutlich reeller sind da schon die Konzeptreifen für die I.D.-Familie von VW. Das beginnt beim Farbkonzept in Anthrazit und endet noch nicht beim eher ungewöhnlichen Format 245/45 R21 für den I.D. Crozz. Damit will man wie die anderen Hersteller Performance und Sparsamkeit unter einen Hut bringen.

Nach vorn blickt man auch mit dem um 360 Grad drehbaren „Ball Pin Tyre“. Dabei handelt es sich um einen Reifen, der sich in einem Kreis von 360° drehen und damit auch Kurven im rechten Winkel nehmen und im Slalom fahren kann. Damit der „Ball Pin Tyre“ das leisten kann, hat Hankook das Fahrzeug mit einem fortschrittlichen Gyroskop und drei Allseitenrädern ausgestattet. Gyroskop und Gyrosensor messen und erkennen den Winkel des Fahrzeugs im dreidimensionalen Raum, um das Gleichgewicht zwischen Karosserie und Reifen zu bewahren. Darüber hinaus bietet die Präzisionssteuerung der drei Allseitenräder dem Fahrer die Freiheit, bei jeder Geschwindigkeit angepasst zu fahren.

Aber auch bei den Serienprodukten legte Hankook nach.

So zeigte man die neueste Kinergy-Generation, laut Hankook „besonders umweltverträgliche und wirtschaftliche Sommerreifen“, jetzt Kinergy Eco² genannt. Die wurden speziell für die Bedürfnisse moderner Klein-, Kompakt- und Mittelklassefahrzeuge entwickelt. Dabei standen neben Fahrsicherheit und Ökonomie mit niedrigem Rollwiderstand und hoher Laufleistung auch Abroll- und Geräusch-Komfort im Fokus der Entwicklungsingenieure. Die neue Serie soll ab Frühjahr 2018 zunächst in 52 Größen von 13 bis 16 Zoll starten, mit Laufflächenbreiten von 145 bis 215 Millimeter in Querschnittsverhältnissen von 55 bis 80 und den Geschwindigkeitsindizes T, H und V.

Außerdem entwickelte man die „sound absorber“-Technologie weiter. Die neue Generation bietet zusammen mit dem leichteren Akustikschaum, eine deutliche Gewichtsoptimierung und ermöglicht ebenfalls eine automatisierte Produktion, die den bisher nötigen Manufakturprozeß ablöst und so größere Produktions-Volumina realisierbar macht. Damit bleiben diese Bereifungen künftig nicht nur Luxus- und Oberklasse-Fahrzeugen vorbehalten. Reifen, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, reduzieren deutlich die bei bestimmten Geschwindigkeiten im Fahrzeuginneren hörbaren, systembedingten Reifenresonanzen. Opel hat sich jetzt entschieden, diese Technik beim Insignia in die Erstausrüstung zu nehmen, namentlich mit dem Ventus S1 evo².

Was bedeutet das?

Hankook bleibt innovativ und kümmert sich stark um das Thema Geräusch. Man darf gespannt sein, was von den zahlreichen Studien den Weg in die Serie findet. In sachen reifen gibt sich Hankook derzeit extrem innovativ.