Hyundai plant Brennstoffzellenentwicklung mit Audi

Im Rahmen der SUV-Präsentation in Deutschland gab Hyundai auch neue Details zum Wasserstoff-Kooperation mit Audi bekannt.

Marketingleiter Till Wartenberg, Produktmanager Oliver Gutt und Pressesprecher Bernhard Voß (v.r.) standen bei Hyundai Rede und Antwort. | Foto: Helmut Weipert
Marketingleiter Till Wartenberg, Produktmanager Oliver Gutt und Pressesprecher Bernhard Voß (v.r.) standen bei Hyundai Rede und Antwort. | Foto: Helmut Weipert
Gregor Soller

Ausgerechnet Hyundai spricht momentan über die Brennstoffzellenzukunft von Audi: Bei einer Fragerunde in Mainz äußerten sich Hyundai-Produktmanager Oliver Gutt, Hyundai-Marketingleiter Till Wartenberg und Pressesprecher Bernhard Voß dezent zur künftigen Zusammenarbeit mit Audi. Hauptgründe für die Kooperation sei in erster Linie eine Beschleunigung der Entwicklung: „Wir wollen hier einfach mehr Speed aufnehmen“, erklärte Bernhard Voß die Zusammenarbeit, bei der Audi und Hyundai auch patente austauschen, um hier auch schneller auf höhere Stückzahlen zu kommen. Tatsächlich beschäftigt sich Hyundai bereits seit 20 Jahren mit dem Thema und auch bei Audi hört man von beteiligten Ingenieuren immer wieder, dass das Thema in Neckarsulm mit Nachdruck weiterentwickelt wird – wobei in dem Fall der gesamte VW-Konzern von der Brennstoffzellentechnik profitieren wird. Der Austausch von Patenten legt auch nahe, dass auch Audi Entwicklungen im Vorlauf haben muss, die für die Koreaner interessant sind. Nebenbei erwähnt Voß auch, dass die Brennstoffzelle vor allem in Asien auch stationär für das Thema Wohnen und Büro genutzt wird, dazu kommen Anwendungen für Nutz- und Schienenfahrzeuge sowie Schiffe.

Mit dem Nexo hat Hyundai wieder einen großen Schritt Richtung bezahlbares Serienmodell gemacht, wobei die Entwicklung der Brennstoffzellen analog zur Batterieelektrik voranschreitet: Die Stacks werden kompakter, gleichzeitig steigt die Energiedichte, während die Preise sinken. Nachdem Toyota angekündigt hat, die Brennstoffzellentechnik beim nächsten Miraj rund 50 Prozent billiger erstellen zu können, ist die Marschrichtung und Aussage von Hyundai und dem Volkswagen-Konzern klar: Wenn sich neben Toyota zwei der ganz großen zusammentun, ist von der Technik noch einiges zu erwarten. Allerdings muss dazu das Tankstellennetz weiter wachsen: Erst wenn in Deutschland 100 Stationen voll funktionsfähig sind, traut Gutt seiner Marke „vierstellige Verkäufe“ zu.

Und wie sieht es außerhalb Deutschlands aus? „Da wird es sehr schnell sehr dünn“, gibt Voß unumwunden zu: In Italien endet die Versorgung in Südtirol und auch Richtung Warschau und Wien dünnt das Netz sehr schnell sehr massiv aus. Und obwohl Air Liquide und Total aus Frankreich sich stark am Ausbau des deutschen Netzes beteiligen, agieren sie in ihrem Heimatland eher zurückhaltend-zentralistisch: Praktisch alle Stationen befinden sich in Paris. Allein in Dänemark könnte man noch von halbwegs „flächendeckender“ Versorgung sprechen, während Norwegen und Schweden sich bislang auch mit einzelnen Stationen begnügen.  

Was bedeutet das?

Aktuell erhält das Thema Brennstoffzelle wieder neuen Schub – krankt aber am Versorgungsnetz. Wenn sich jetzt zwei der größten Autohersteller der Welt zusammentun, um das Thema weiterzuentwickeln, sollte künftig noch mehr Potenzial in der Brennstoffzellentechnik stecken. Der Hyundai Nexo bietet diese auf mittlerweile extrem unauffälligem Niveau.