Has to be vereinfacht Laderoaming für Betreiber und Kunden

Österreichischer Softwarespezialist übernimmt für Ladekartenprovider die Vertragsabwicklung mit Betreibern und organisiert eine automatisierte Abrechnung.

Alles auf eine Karte: Europaweites Laderoaming will der österreichische Spezialist has to be ermöglichen. | Foto: has to be
Alles auf eine Karte: Europaweites Laderoaming will der österreichische Spezialist has to be ermöglichen. | Foto: has to be
Johannes Reichel

Der salzburger Ladesoftware-Spezialist has to be hat einen neuen Service vorgestellt, mit dem Kunden europaweit Zugang zu einem Ladenetzwerk erhalten können. Das sogenannte eMSP.Operation soll es Mobilitätsserviceprovidern (MSP) ermöglichen, ohne langwierige Vertragsverhandlungen mit den sogenannten Charge Point Operators (CPO) ihren Kunden die Nutzung der Ladepunkte zu erschließen. Der Dienstleister kümmert sich dabei um die Verträge zu den Betreibern der Infrastruktur. Damit entfalle für die Ladekartenanbieter der administrative Aufwand, den der Abschluss zahlreicher einzelner Vertragsbeziehungen mit sich brächte, wirbt die Firma. Die Abwicklung der Ladevorgänge geschieht über die bereits vorhandene Ladekarte, ebenso die komplette Datenübertragung zwischen CPO und MSP. Außerdem werde automatisch geprüft, ob es bei Ladevorgängen zu Fehlern komme, beispielsweise durch Störungen oder Betrugsversuche, skizziert der Anbieter weiter.

Klare Preisstruktur, weniger Schnittstellenaufwand

Am Ende des Monats erhalte der Provider eine Sammelrechnung aller Roaming-Ladevorgänge seiner Kunden und bezahle diese an has to be. Die Weiterverrechnung der Kosten an die Endkunden könne danach automatisiert über die eigene Tarifverwaltung abgewickelt werden. Der Anbieter führt zudem eine einfache Preisgestaltung ins Feld. Neben der Pauschale pro aktivierter Ladekarte von 4,50 Euro pro Monat fielen für den Ladekartenprovider keine weiteren Kosten an. Auf der anderen Seite soll sich der MSP die Kosten für die Einrichtung von technischen Schnittstellen oder für die Transaktionen im E-Mobilitätsbetriebssystem sparen. Auch die vollautomatische Abwicklung bringe Vereinfachungen in der Rechnungsprüfung und Rechnungszahlung. Außerdem verhandelt der Anbieter die Einkaufspreise für die einzelnen Ladevorgänge mit den einzelnen Ladestationsbetreibern. Wie viel die Endkunden für die Roamingvorgänge bezahlen, könne der Ladeprovider selbst festlegen. Auf Wunsch ließen sich Roamingvorgänge der Kunden auch mit einem fixen, automatisch berechneten, Aufpreis versehen.

Auch für die Abrechnung von E-Dienstwagen geeignet

Das System soll sich darüber hinaus für die Abrechnung von Elektro-Dienstwagen eignen. Hier erhielten die Mitarbeiter des Unternehmens eine RFID-Ladekarte zum Tanken an einem von tausenden Ladepunkten, skizziert der Anbieter. Am Ende des Monats bekomme das Unternehmen auch hier eine Sammelrechnung für alle Ladevorgänge seiner Fahrzeuge. Die automatisierte Aufteilung der Ladevorgänge auf Mitarbeiter oder Kostenstellen ist ebenfalls enthalten. Auch hier wirbt der Softwarespezialist mit Fixkosten von lediglich 4,50 Euro pro aktivierter Karte.

Was bedeutet das?

Die Tücke liegt wie immer im Detail - und das befindet sich in Sachen Elektromobilität oft am Ende der "Nahrungskette", beim Kunden, der an der Ladesäule verzweifelt und keinen Zugang erhält. Diesen ganzen komplexen Prozess aus Vertragsverhandlungen, Schnittstellen und technischer Freischaltung per Ladekarte verschlanken, diese große Aufgabe hat sich ein "kleiner" salzburger Ladesoftwarespezialist, 2013 als Start-up gegründet, auf die Fahnen geschrieben. Und könnte damit der Elektro-Mobilität ordentlich auf die Sprünge helfen. Jedenfalls setzen die IT-Fachleute um Martin Klässner und Alexander Kirchgasser an genau der richtigen "Schnittstelle" an, bei den Schnittstellen.