Genf 2018: Micron M2, smarter als E-Smart und Twizy?

2,10 Meter lang, einen Meter breit ist ein 6.500 Euro preiswerter Mikro-Elektro-Flitzer, den die Firma Swiss NewTechnologie auf der Messe zeigte und der bis nächstes Jahr serienreif sein soll.

Elektro-Zwerg: Ein Schweizer Start-Up versucht sich auch am Thema urbane E-Mobilität. Der Prototyp soll in Serie noch länger werden und dann zwei Plätze in Reihe bieten. | Foto: J. Reichel
Elektro-Zwerg: Ein Schweizer Start-Up versucht sich auch am Thema urbane E-Mobilität. Der Prototyp soll in Serie noch länger werden und dann zwei Plätze in Reihe bieten. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Noch ist es nur ein erster Prototyp, den Michael Barro auf dem Gemeinschaftsstand "e'Mobile" neben dem Microlino&Co präsentiert. Aber der Tüftler aus der französischen Schweiz, genauer Carouge im Kanton Genf, will mit einer leicht verlängerten Form bald dem e-Smart, Twizy und Konsorten Konkurrenz machen. Der nur 2,10 Meter kurze und 1,0 Meter schmale Micron M2 soll eine kompakte Antwort auf die Platzprobleme in den urbanen Ballungsräumen geben. Das nur 358 Kilo leichte Gefährt soll in der Serie über zwei plexigläserne Flügeltüren verfügen, die über einen Dreh- und Angelpunkt nach vorne klappen. Am Heck gibt es eine ebenso luftige Heckklappe, dahinter Platz entweder für Gepäck oder einen zweiten Passagier hinter dem Fahrer. Den Einstieg soll ein nach links und recht um 90 Grad drehbarer Sitz erleichtern, eine Heizung samt Vorheizfunktion, wahlweise eine Klimaanlage stellen einen Grundkomfort sicher.

Für Vortrieb sorgen zwei 4 kW-Motoren, in einer S-Variante sind stehen zwei mal 7,5 kW zur Verfügung, die das Fahrzeug 45 oder 100 km/h schnell machen sollen. Die Basisvariante verfügt über eine leicht tauschbare 8 kWh-Lithium-Ionen-Batterie, optional sind 16 kWh verfügbar, die bei der S-Version immer an Bord sind. Damit kommt der Micron M2 50-60 oder 90 bis 100 km weit. Auch die Preise hab Barro schon fixiert: mit 6.800 Euro (7.990 CHF) soll die Grundversion Maß halten, 8.500 Euro (9.990 CHF) das Top-Modell kosten. Das wäre eine Kampansage an die etablierten Hersteller wie Smart, dessen E-Ableger jetzt das Label EQ trägt und bei 22.000 Euro startet, in der Stadt aber kaum mehr Nutzwert bietet. Aber auch im Verhältnis zu einem Microlino am Nachbarstand wahrt man Distanz, der bei etwa 12.000 Euro starten soll. Wobei Renault den kultigen und in seiner ganze Avantgarde wegweisenden Twizy auch ab 6.900 Euro anbietet. Der bietet allerdings nur einen Sitz - und verlangt nach wettermäßigen Nehmerqualitäten. D

Was bedeutet das?

Noch eine weiterer origineller Ansatz zum Thema urbane Mobilität von der Graswurzel. Mal sehen, ob es Michel Barro gelingt, dieses Fahrzeug auch zu industrialisieren, wie man so schön sagt. Konkurrenz bekommt der Schweizer ohnehin bald weitere: E-GO aus Aachen steht ebenso in den Startlöchern wie das schmucke schwedische Mikro-E-Car Uniti. Und noch viele mehr ...