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Formel E in Zürich: Mitch Evans holt 1. Pole-Position für Jaguar Racing

Mitch Evans hat sich die Pole-Position zum zehnten Saisonlauf der Formel E in Zürich gesichert. In einer mit Überraschungen gespickten Qualifikation setzte sich der Jaguar-Pilot gegen den Deutschen Andre Lotterer (Techeetah) und Sam Bird (Virgin) durch.

Mitch Evans startet zum ersten Mal in seiner Formel-E-Karriere von Platz eins | Foto: FIA Formula E
Mitch Evans startet zum ersten Mal in seiner Formel-E-Karriere von Platz eins | Foto: FIA Formula E
Timo Pape

Mitch Evans hat sich die Pole-Position zum zehnten Saisonlauf der Formel E in Zürich gesichert. In einer mit Überraschungen gespickten Qualifikation setzte sich der Jaguar-Pilot gegen den Deutschen Andre Lotterer (Techeetah) und Sam Bird (Virgin) durch. Damit holte der junge Neuseeländer nicht nur seine erste Pole-Position in der Formel E, sondern auch die erste für sein Team Jaguar Racing. Beide Audi-Piloten scheiterten knapp an der Super-Pole.

In Gruppe 1 mussten direkt die Top 5 der Meisterschaft antreten. Der Gesamtführende Jean-Eric Vergne eröffnete die Session, brachte jedoch keine gute Runde zustande. "Ich hatte keinen Grip, das war gar kein guter Start", sagte der Franzose kurz nach seiner missglückten Runde. Am Ende wurde Vergne nur 17. Die Chancen, sich bereits in Zürich den Meistertitel zu sichern, sind damit stark geschrumpft.

Doch auch die anderen Piloten in Gruppe 1 hatten ihre Schwierigkeiten mit dem fehlenden Grip auf der Strecke. Der Einzige, der es am Ende in die Super-Pole schaffen sollte, war Sam Bird. Sebastien Buemi (7.), Daniel Abt (9.) und Felix Rosenqvist (10.) scheiterten allesamt knapp und werden sich im Rennen nach vorn arbeiten müssen.

In Gruppe 2 ließ Evans die Muskeln spielen und stellte seinen Jaguar auf Platz 1, den er auch bis zum Ende der Gruppenphase behalten sollte. Ebenfalls stark: Andre Lotterer, der zunächst den zweiten Rang übernahm. Di Grassi zeigte eine ordentliche, wenn auch nicht herausragende Runde, die ihn am Ende knapp außerhalb der Super-Pole auf Rang 6 brachte. Oliver Turvey hingegen schlug auf seiner schnellen Runde mit dem rechten Hinterrad an der Mauer an und beschädigte sein Auto. "Das war mein erster Fehler im Qualifying nach einer super Saison - sehr schade", so Turvey, der folglich 20. wurde.

In Gruppe 3 konnte sich keiner der Fahrer in Szene setzen. Als Bester qualifizierte sich Alex Lynn vorläufig auf Position 9 (am Ende 12.). Direkt hinter ihm auf dem 13. Platz landete Nick Heidfeld im Mahindra. Maro Engel (Venturi) leistete sich nach einem starken ersten Sektor einen Fehler und wurde nur 18.

Die letzte Gruppe hielt gleich drei Überraschungen bereit. Nico Prost qualifizierte sich direkt hinter seinem Teamkollegen Buemi als Achter und schlug damit sogar Daniel Abt. Und dann kamen die "Drachen": Zunächst stellte Jose Maria Lopez seinen Dragon auf Platz 2, wenig später verdrängte ihn sogar noch sein Teamkollege Jerome d'Ambrosio. Damit standen die Teilnehmer der Super-Pole fest: Evans, d'Ambrosio, Lopez, Lotterer und Bird.

Evans behält die Nerven, Lopez hat Glück

Sam Bird eröffnete die Super-Pole mit einer guten Runde. Lotterer, der direkt nach dem Briten auf die Strecke ging, war jedoch noch ein bisschen schneller und übernahm die provisorische Pole. Es folgten die beiden Dragon. Lopez verschätzte sich in Kurve 1 und schlitterte in bester Drift-Manier durch den schnellen Rechtsknick. Gerade so vermied er einen Kontakt mit der Streckenbegrenzung, mit der er schon im Training unsanft Bekanntschaft gemacht hatte. Neben Platz 5 erwartet Lopez eine Rückversetzungsstrafe um drei Plätze, da er im Training unter Full-Course-Yellow zu schnell war.

Teamkollege d'Ambrosio war in den ersten Sektoren sehr gut unterwegs, verbremste sich aber leicht in der letzten Kurve. Am Ende nur Platz 4 für den Belgier, was trotzdem ein überraschendes wie herausragendes Ergebnis für ihn ist. Anschließend konnte nur noch Evans Lotterer die Pole-Position entreißen - und das tat er in souveräner Art und Weise. 1,37 Zehntelsekunden lag er am Ende vor dem Deutschen und schnappte sich somit die ersten drei Punkte des Wochenendes.

Da viele Favoriten weit hinten starten, erwartet die zahlreichen Besucher an der Strecke ein spannendes Rennen mit voraussichtlich etlichen Überholmanövern. Evans hat Chancen auf seinen ersten Formel-E-Sieg, während Bird die Meisterschaft wieder spannend machen kann, denn sein Rivale startet vom Ende des Feldes. Und dann ist da ja auch noch das deutsche Audi-Team, das eigentlich das schnellste Auto in Zürich hat. Der Zürich E-Prix startet um 18 Uhr.