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Formel E: Die Rennvorschau zum Marrakesch E-Prix

Während die Welt des Motorsports in den Wintermonaten zum Großteil in einen tiefen Winterschlaf fällt, geht es in der Formel E schon am kommenden Wochenende wieder rund...

Lucas di Grassi beim Formel-E-Rennen von Marrakesch 2016 | Foto: FIA Formula E
Lucas di Grassi beim Formel-E-Rennen von Marrakesch 2016 | Foto: FIA Formula E
Timo Pape

Während die Welt des Motorsports in den Wintermonaten zum Großteil in einen tiefen Winterschlaf fällt, geht es in der Formel E schon am kommenden Wochenende wieder rund. Wie bereits in den Jahren zuvor darf die Elektroserie das Rennsportjahr 2018 eröffnen - und zwar zum zweiten mal in ihrer Geschichte mit einem Rennen in Afrika. Am Samstag, dem 13. Januar, steigt der Marrakesch E-Prix.

Schon 2016 gastierte die Formel E auf dem Circuit International Automobile Moulay el Hassan vor den Stadttoren von Marrakesch, damals im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP22. Dieses Mal schließt sich an den mit Spannung erwarteten dritten Saisonlauf der erste Formel-E-Testtag für Nachwuchsfahrer an. Fans der Elektroserie können sich also abermals auf ein vielseitiges Rennwochenende in Marokko freuen.

Stadt, Land, Fluss…

Marrakesch, eine der vier Königsstädte Marokkos, ist insbesondere für seine historische Innenstadt weltweit bekannt. Die Koutboubia-Moschee, der zentrale Marktplatz Djemaa el Fna, die Agdal-Gärten (die direkt an die Rennstrecke grenzen) oder die Festung Kasbah machen Marrakesch zu einer wahren Schatzgrube für Historiker und Geschichtsfreunde.

Schließlich blickt der 930.000-Einwohner-Ort im Westen des Landes auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück. Einst als Zentrum der Almoraviden-Dynastie gegründet, die im 11. Jahrhundert den Islam bis nach Andalusien trug, wuchs Marrakesch in den vergangenen Jahrhunderten zu einer muslimisch geprägten Weltstadt heran. Mehrmals erklärte man Marrakesch zur Hauptstadt Marokkos, inzwischen hat diesen Status jedoch Rabat inne.

Was seit dem letzten Saisonlauf passierte

Über die Weihnachtsferien wurde es in der Formel E ungewohnt ruhig. Die bemerkenswerteste Meldung: Neel Jani stieg nach nur zwei Rennen aus der Formel E aus. Der Schweizer wurde wohl von der desolaten Leistung seines Dragon-Teams in Hongkong abgeschreckt. Der US-Rennstall ersetzt Jani mit dem Ex-Virgin-Piloten Jose Maria Lopez, der das Team die restliche Saison begleiten wird.

Auch der Rennkalender musste im letzten Monat angepasst werden: Der geplante Sao Paulo E-Prix wird auf 2019 verschoben und von Punta del Este in Uruguay ersetzt. Auch in Montreal wurde die Elektroserie als Ende einer monatelangen Schlammschlacht vor die Tür gesetzt - hier vorerst jedoch ohne Ersatz.

Darüber hinaus hat die Formel E einen neuen Namen. Durch das Titelsponsoring des Schweizer Industrieunternehmens ABB heißt sie ab sofort "ABB FIA Formel E Meisterschaft".

Zeitplan 2018 (alle Angaben in MEZ)

1. Freies Training - 09:00 - 09:45 Uhr

2. Freies Training - 11:30 - 12:00 Uhr

Qualifikation - 13:00 - 14:00 Uhr

Rennen (33 Runden) - 17:00 - 18:00 Uhr

Strecke

Marokko wartet in Sichtweite des Atlas-Gebirges mit einem 2,9 Kilometer langen Highspeed-Kurs, dem längsten im gesamten Rennkalender, auf die Formel E. Der Circuit International Automobile Moulay el Hassan verfügt über insgesamt zwölf Kurven, von denen einige ungewöhnlich schnell für die Formel E sind. In der Spitze erreichen die Elektrorennwagen bis zu 200 Stundenkilometer.

Der Rundkurs setzt auf einen brandgefährlichen Mix aus permanenter Rennstrecke und abgesperrten öffentlichen Straßen. Zwischen den engen Mauern krachte es bereits im letzten Jahr mehrmals, gerade die Kurvenkombination T7/T8 hat es in sich. Die besten Überholmöglichkeiten bieten voraussichtlich wieder die Kurven 1, 3 und 10.

Die Formel E im TV bei Eurosport

Wie schon beim letzten Rennwochenende in Hongkong begleitet am Samstag in Deutschland wie gewohnt Eurosport als offizieller TV-Partner das Rennen. Der Sportsender überträgt das Qualifying aus Marokko in Anschluss an den Skifliegen-Weltcup ab 16 Uhr als Wiederholung, ehe ab 17 Uhr der gesamte Marrakesch E-Prix im Free-TV über den Sender geht. Für das Rennen setzt Eurosport auf das bewährte Kommentatoren-Duo Oliver Sittler/Jan Seyffarth. Zur Qualifikation übernimmt nach Informationen von 'e-Formel.de' der deutsche Nachwuchsfahrer Maximilian Günther, der am Sonntag beim Rookie-Test für Dragon ins Auto steigen wird, die Rolle des Co-Kommentators.

Eine Wiederholung des E-Prix wird am Sonntag um 8:30 Uhr gezeigt. Am Dienstag nach dem Rennen erwartet die deutschen Motorsportfans zudem ab 22:30 Uhr das Formel-E-Magazin mit allen Highlights des Rennens (alle TV-Zeiten der Formel E im Überblick). Die Trainings- und Qualifying-Sessions können Interessierte in Echtzeit zudem im kostenpflichtigen Eurosport Player verfolgen.

Wetter

Von "winterlichen Temperaturen" ist in Marrakesch im Januar wohl kaum die Rede. Während Deutschland bibbert und besonders im Süden mit Hochwasser kämpft, erwarten den Formel-E-Tross in Marokko am Renntag angenehme 20 Grad Celsius. Leichte Bewölkung und ein lauer Wind runden die Atmosphäre ab - perfekte Rennbedingungen also für die Elektrofahrzeuge.