Formel E: ABB wird Titelsponsor der Elektro-Rennserie

Schweizer Technologiekonzern und Anbieter von Elektroladeinfrastruktur übernimmt das Titelsponsoring der Elektro-Rennserie, die künftig "ABB FIA Formel E Meisterschaft" heißt.

Unter Strom: Der schweizer Ladetechnologiespezialist ABB könnte die Formel E beflügeln. | Foto: ABB
Unter Strom: Der schweizer Ladetechnologiespezialist ABB könnte die Formel E beflügeln. | Foto: ABB
Johannes Reichel

Der schweizer Technologieanbieter ABB hat das Titelsponsoring der Formel E übernommen. Die Rennserie wird künftig auf den Namen „ABB FIA Formel E Meisterschaft“ hören. Mit seiner Expertise auf dem Feld der Elektroladetechnik und Infrastruktur sieht sich das Unternehmen als idealer Industriepartner. Die Rennserie bietet aus Sicht des Schweizer Konzerns eine gute Wettbewerbsplattform für die Entwicklung und Erprobung von elektromobilitäts-relevanten Elektrifizierungs- und Digitalisierungs-Technologien. Das trage dazu bei, "die Konstruktion und Funktionalität elektrischer Fahrzeuge zu verbessern und die Weiterentwicklung der Infrastruktur und damit verbundener digitaler Plattformen zu beschleunigen", wie ABB in einer Pressemitteilung versichert.

„Wir freuen uns sehr, künftig gemeinsam mit der Formel E die Zukunft der Elektromobilität zu gestalten“, erklärte Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB, anlässlich der Vorstellung der Partnerschaft in London.Mit dem Schritt schlössen sich zwei Pioniere zusammen. "ABB und die Formel E passen perfekt zusammen“, freute sich Spiesshofer. Kaum weniger erfreut zeigte sich Alejandro Agag, Gründer und CEO von Formel E, der so weit ging zu sagen: „Dies ist ein historischer Tag für die Formel E. Ich freue mich, dass ABB der Rennserie ihre Erfahrung und Fachkompetenz in den Bereichen Elektrifizierung und digitale Technologien einbringen wird". Gemeinsam wolle man den Fans und Zuschauern der ABB FIA Formel E Meisterschaft rund um den Globus "bahnbrechende Technologien vorstellen", skizzierte der Rennserienchef.

Als ein weltweit führender Anbieter von Elektromobilitäts-Lösungen deckt der schweizer Konzern nach eigenen Angaben das gesamte Spektrum der Ladetechniken für Elektroautos sowie Elektro- und Hybridbusse ab und bietet zudem Lösungen für die Elektrifizierung von Schiffen und Bahnen. Das Unternehmen stieg 2010 in den Markt für Elektro-Ladestationen ein und hat seither ein wachsendes Netz von weltweit mehr als 6.000 Schnelladestationen installiert.

Was bedeutet das?

Hier passt der Satz mal wieder: Mit ABB und der Formel E wächst zusammen, was zusammengehört. In der Tat können sich die Rennsportserie und der Ladeinfrastrukturanbieter mannigfaltig gegenseitig befruchten. So könnte es etwa schon mit der Ende 2018 startenden fünften Runde der Serie im konkreten Rennbetrieb zu Zwischenladungen der Strom-Boliden kommen, statt umständlich die Fahrzeuge zur Hälfte der Renndauer zu wechseln fast wie früher bei der Postkutsche die Pferde. Die Technologie dafür wäre jetzt jedenfalls vorhanden. Für ABB geht es aber nicht nur um die Erprobung neuer Schnellladetechnologien auf höchstem Niveau, sondern auch um die weitere Steigerung der Bekanntheit in einem schnell wachsenden Markt, in den immer mehr Anbieter drängen. Und die Formel E erhält weitere finanzielle - man munkelt von einem dreistelligen Millionenbetrag - wie technologische Unterfütterung, um sich gegen die konventionellen Rennserien durchzusetzen. Durchaus möglich, dass in fünf Jahren die Formel E die wahre "Formel 1" ist. Dieser Deal ist der perfekte Elektro-Booster für die Serie.