FAW und VW planen neue günstige Elektroautomarke in China

Die Marke soll günstige Elektrofahrzeuge für den Massenmarkt produzieren.

Der H7 krönt die FAW-Palette und VW gilt ebenfalls als Premium. Jetzt plant man, gemeinsam, unten anzubauen. | Foto: FAW
Der H7 krönt die FAW-Palette und VW gilt ebenfalls als Premium. Jetzt plant man, gemeinsam, unten anzubauen. | Foto: FAW
Gregor Soller

Der chinesische Markt entwickelt mittlerweile eine beträchtliche Eigendynamik, die mit abgeleiteten Weltautoplattformen kaum noch zu bedienen ist. Das musste zuletzt Ford spüren, wo man mit stagnierenden Verkäufen in China kämpft, während GM zusammen mit Partner SAIC die neu gegründete „Einstiegsmarke“ Baojun gegründet und zu Erfolg geführt hat. Mittlerweile hat Baojun Chevrolet überholt und verkauft fast so viele Autos verkauft wie die in China populärere GM-Marke Buick.

Das scheint auch bei VW neue Planspiele ins Laufen gebracht zu haben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua vermeldet. Demnach plant man mit Partner FAW eine neue Marke für günstige, rein elektrische Fahrzeuge in direkter Konkurrenz zu den chinesischen Fabrikaten. Die ersten Modelle der noch namenlosen Marke könnten innerhalb der „nächsten Dekade“ erscheinen, so die Nachrichtenagentur. Damit wollen sich FAW und VW ihren Anteil am wachsenden Elektroauto-Markt sichern, der vor allem in den günstigeren Segmenten anzieht. Das Joint-Venture hat eine lange Historie: FAW und VW bauen Autos der Marken VW und Audi. Ein Treiber der Entwicklung ist die NEV-Quote der chinesischen Regierung, die bis zum Jahr 2019 zehn Prozent betragen soll.  

Was bedeutet das?

China dürfte sich durch die Elektroautoquote noch stärker von den Vorgaben des Weltmarktes freischwimmen: Mit eigenen Bedarfen, die im günstigeren Preisspektrum zu finden sind und erstarkenden Eigenmarken. Die Autohochburgen Europa, USA und Japan kommen so weiter unter Druck – auch in Sachen Elektrifizierung.