Erste Diesel stillgelegt

In Hamburg und München haben die Behörden erstmals Diesel-Autos mit manipulierter Abgas-Software zwangsweise stillgelegt.

Hamburg greift dezent durch: Erste Straßen wurden gesperrt, erste Diesel stillgelegt. | Foto: Unsplash/Moss
Hamburg greift dezent durch: Erste Straßen wurden gesperrt, erste Diesel stillgelegt. | Foto: Unsplash/Moss
Gregor Soller

Wer die Abgassoftware nicht nachrüsten lässt, könnte bald deutschlandweit ein Problem bekommen, wie auf der Plattform Automobil Produktion berichtet wird. Die Besitzer der stillgelegten Fahrzeuge hatten auf die mehrfache Aufforderung zum Update der Motorsteuerung nicht reagiert. Deshalb legten die Behörden sie kurzerhand still. In Hamburg wurden zwei Wagen aus dem Verkehr gezogen, in München einer, wie die kommunalen Behörden mitteilten. Betroffen sind in dem fall vor allem Audi- und VW-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem "EA 189"-Diesel, der eine mit illegaler Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung haben soll. Deutschlandweit drohen säumigen Besitzern solcher Dieselfahrzeuge in den kommenden Wochen Stilllegungen.

In München will das Kreisverwaltungsreferat insgesamt sogar 41 Fahrzeugen stilllegen, deren Besitzer ihre Fahrzeuge bislang nicht nachgerüstet haben. Allerdings läuft bei diesen Autos zum Teil noch eine letzte Gnadenfrist. In Nürnberg handle es sich um etwa 30 Autos, sagte Steffen Keßler, Leiter der örtlichen Kfz-Zulassung. Die Zwangsmaßnahmen treffen die Autobesitzer, die 18 Monate nach der Freigabe der Nachrüstung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "trotz der mehrfachen Erinnerungen durch den Hersteller nicht an der Rückrufaktion teilgenommen haben", wie eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums erläuterte.

Auch das Kraftfahrt-Bundesamt ist in der Abgasaffäre erneut eingeschritten: Nach von Audi gemeldeten "Auffälligkeiten" der Abgas-Software von 60.000 Oberklasse-Wagen der Typen A6 und A7 hat die Flensburger Behörde jetzt verpflichtende Rückrufe angeordnet - in Deutschland sind 33.000 der betroffenen Autos zugelassen. Laut Bundesverkehrsministerium handelt es sich um verbotene Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung.

Was bedeutet das?

Die Dieselkrise wächst sich immer weiter aus. Zusammen mit dem neuen WLTP-Prüfzyklus stehen hier noch große Probleme an, die jetzt schon zu massiven Lieferengpässen führen.