EFA-S steigert Fertigung von Elektro-Vans

Das auf Entwicklung und Umrüstung von Pkw, Lkw und Bussen zu rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen spezialisierte Unternehmen EFA-S nahm eine zusätzliche Produktionshalle in Betrieb.

Zweites Leben: UPS hat mittlerweile rund 160 Fahrzeuge vo EFA-S umrüsten lassen
Zweites Leben: UPS hat mittlerweile rund 160 Fahrzeuge vo EFA-S umrüsten lassen
Gregor Soller

EFA-S hat die Produktionsfläche in Zell unter Aichelberg verdoppelt: Die jetzt erfolgte Erweiterung ist bereits die zweite, nachdem EFA-S schon vor zwei Jahren anbaute. Damit stehen jetzt 1400 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung: „Wir haben in diesem Jahr weitere Prototypen elektrisch betriebener Spezialfahrzeuge entwickelt und gleichzeitig die Fertigung von UPS-Fahrzeugen hochgefahren“, erläuterte Geschäftsführer Bastian Beutel die Notwendigkeit des Ausbaus. „Um alle Aufträge zeitnah ausführen zu können, brauchen wir die zusätzliche Produktionskapazität.“

Das Wachstum des 2009 gegründeten Unternehmens beruht auf drei Geschäftsfeldern. „Unser Kerngeschäft ist bisher die Umrüstung herkömmlicher Pkw, Lkw und Busse zu umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen“, so Beutel. „Hier entwickeln wir mit mehreren Ingenieuren Prototypen neuer Elektrofahrzeuge, wobei zunehmend Spezialfahrzeuge im Vordergrund stehen.“ Dazu gehörte in diesem Jahr unter anderem ein Getränke-Lkw, der für die Brauerei Dinkelacker in Stuttgart unterwegs ist, ein Kommunalfahrzeug für die Bochumer Verkehrsbetriebe sowie Kleinbusse und andere Sonderfahrzeuge.

Antriebsstrang, Energieversorgung und Batteriemanagement werden dabei individuell auf die Einsatzanforderungen der Kunden zugeschnitten. „Nach der Prototypenentwicklung überlassen wir die anschließende Serienfertigung in den meisten Fällen Vertragspartnern, die dann auch Wartung  und Reparaturen der Fahrzeuge übernehmen“, erklärt Beutel. Diese Lizenznehmer verpflichten sich, die für die Elektrifizierung nötigen Teile über EFA-S zu beziehen. „Durch diese Bündelung erzielen wir beispielsweise bei Batterien oder Elektromotoren Einkaufsvorteile, wodurch die Fahrzeuge günstiger werden können.“ Solche Partnerschaften mit Lizenzfertigung sind das zweite Geschäftsfeld von EFA-S. Sie bestehen beispielsweise mit der Firma Orten Electric-Trucks in Bernkastel-Kues oder auch mit Sightseeing Trains Rügen, einem europäischen Hersteller von Wegebahnen.

Das dritte Geschäftsfeld von EFA-S bildet die eigene Kleinserienproduktion elektrischer Fahrzeuge, die wie die Entwicklung in Zell stattfindet. Größter Kunde ist hier der Paket- und Expressdienst UPS, für den das Unternehmen seit 2010 mehr als 160 Paketfahrzeuge auf Elektroantrieb umgerüstet hat.

Was bedeutet das?

Auch Spezialisten wie EFA-S spüren die anziehende Nachfrage nach elektrifizierten Antrieben. Alle von EFA-S umgebauten Fahrzeuge haben zusammen bereits mehr als vier Millionen Kilometer elektrisch zurückgelegt. So seien rund 640.000 Liter Diesel und 1700 Tonnen CO2 gespart worden, teilt der Umrüster mit. Dazu kommt der gesamte Nachhaltigkeitseffekt, weil bei Fahrzeugen nicht ihr Betrieb für die größte Umweltbelastung sorgt, sondern Produktion und Verschrottung. Und das vermeidet EFA-S durch die Umrüstung und den Weiterbetrieb gebrauchter Fahrzeuge.