Die US-Umweltbehörde EPA will zulässigen Flottenverbrauch in den USA erhöhen

Unter der Regierung von Barack Obama wurde der Flottenverbrauch von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den USA bis 2025 auf knapp 4,4 Liter pro 100 Kilometer festgelegt. Diesen Wert möchte die Trump-Administration jetzt kippen.

Große "Midsize-Pickups" sind Topseller in den USA und erschweren das Erreichen des bis 2025 angestrebten Flottenverbrauches erheblich. | Foto: FCA
Große "Midsize-Pickups" sind Topseller in den USA und erschweren das Erreichen des bis 2025 angestrebten Flottenverbrauches erheblich. | Foto: FCA
Gregor Soller

Wie mehrere Nachrichtenagenturen berichten, will die Regierung Trump die unter seinem Vorgänger erarbeiteten Richtwerte zur Senkung des Flottenverbrauches erhöhen. Offiziell heißt es seitens der EPA, die Richtlinie sei zu ambitioniert gewesen und soll deshalb überarbeitet werden. Eine Aufweichung war vor allem von der Alliance of Automobile Manufacturers, also den Fahrzeugherstellern selbst, gefordert worden.

Vor allem der Bundesstaat Kalifornien, der seit Jahren strengere Regelungen bei den Umwelt- und Abgasgesetzen vorgibt, kritisiert die Entscheidung. Darum droht die EPA bereits, auch die Ausnahmegenehmigung Kaliforniens, eigene Umweltstandards zu definieren, zu kippen. „Es ist in bestem Interesse Amerikas, einen einheitlichen Standard zu haben und wir werden mit allen Staaten, darunter auch Kalifornien zusammenarbeiten, um letztlich einen solchen zu bekommen“, sagte Scott Pruitt, der Chef der Umweltbehörde. Der Bundesstaat hat seinerseits schon Widerstand und einen Gang durch alle Instanzen angekündigt, um die selbst gesteckten Richtlinien zu halten.

Was bedeutet das?

Tatsächlich sind 4,4 Liter Durchschnittsverbrauch ambitioniert – wären aber mit Elektrifizierung und viele kleineren Baumustern machbar. Doch leider produziert die Autoindustrie weltweit immer noch dem Motto „bigger is better“, so dass man derzeit froh sein kann, Gewicht, Verbrauch und Emissionen auf dem Ist-Stand halten zu können. Nach wie vor betreibt die komplette Autobranche damit weiterhin ein Wettrüsten in die völlig falsche Richtung – angeblich, weil der Verbraucher das so wünscht. Und da ist es viel einfacher, ambitionierte Umweltziele zu kassieren.