Daimler kauft Batteriezellen für 20 Milliarden Euro

Hersteller legt die Basis für seine E-Mobilitätsoffensive und sichert sich Zugriff auf den Schlüsselfaktor Akku. Rohstoffe sollen nachhaltig beschafft werden.

Quer beet: Daimler will sich durch alle Klassen elektrifizieren und bildet dafür einen globalen Batteriezellenverbund. | Foto: Daimler
Quer beet: Daimler will sich durch alle Klassen elektrifizieren und bildet dafür einen globalen Batteriezellenverbund. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Daimler hat angekündigt, 20 Milliarden Euro in die Anschaffung von Batteriezellen investieren zu wollen. "Nach Milliarden-Investitionen in die Entwicklung der Elektro-Flotte und den Ausbau unseres globalen Batterienetzwerks gehen wir jetzt den nächsten Schritt: Mit dem Kauf von Batteriezellen für mehr als 20 Milliarden Euro treiben wir den Wandel hin zur elektrischen Zukunft konsequent voran", kommentierte Daimler-Chef Dieter Zetsche den Schritt. Insgesamt plant man beim Konzern bis 2022 für Mercedes-Benz Cars 130 elektrifizierte Varianten. Hinzu kämen elektrische Transporter, Busse und Lkw, führte Zetsche weiter aus. 

Lokale Produktion von Batterien als Schlüsselfaktor

Daimler investiert mehr als eine Milliarde Euro in einen globalen Batterie-Produktionsverbund innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars. Die Zellen kauft das Unternehmen auf dem Weltmarkt zu. Dadurch sichert es sich die bestmögliche Technologie und konzentriert sich auf die Kernkompetenz der Batteriemontage. Der weltweite Batterie-Produktionsverbund von Mercedes-Benz Cars besteht künftig aus acht Fabriken auf drei Kontinenten. Die erste Fabrik in Kamenz ist im Serienbetrieb, die zweite Fabrik in Kamenz startet Anfang 2019 mit der Serienproduktion Zwei weitere Fabriken entstünden in Stuttgart-Untertürkheim, eine am Standort Sindelfingen, eine jeweils an den Standorten Peking (China), Bangkok (Thailand) und Tuscaloosa (USA). Die lokale Fertigung von Batterien sieht man als wichtigen Erfolgsfaktor und entscheidenden Baustein.

Als ebenso essentiell betrachtet man "Kompetenzen zur technologischen Evaluierung von Zellen sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten", die ausgeweitet werden sollen. Diese umfassten die kontinuierliche Optimierung der aktuellen Generation der Li-Ionen Systeme, die Weiterentwicklung der am Weltmarkt zugekauften Zellen und auch die Erforschung der nächsten Generation von sogenannten Post-Lithium-Ionen-Systemen, führt der Konzern weiter aus.

Faire Rohstoffbeschaffung versprochen

Wert legt der Konzern nach eigenen Angaben auch auf das Thema Nachhaltigkeit und sozialverträgliche Beschaffung von Rohstoffen. Man habe deshalb einen systematischen Ansatz zur Achtung der Menschenrechte entwickelt, mit dem "das Thema Menschenrechte auch entlang komplexer Lieferketten handhabbar" werde, so der Konzern. Alle neuen Lieferanten würden vor einer möglichen Beauftragung Potenzialanalysen unterzogen, verspricht der Hersteller.