City-Logistik: GLS setzt eScooter Tripl von EWII für Lieferdienste ein

Der Paketdienstleister nimmt ein E-Trike des dänischen Anbieters EWII in Dienst und will ermitteln, wie sich solche Fahrzeuge in die bestehende Logistik eingliedern lassen.

Liefern auf drei Rädern: GLS nimmt einen Tripl von EWII in Betrieb und beliefert damit die Dortmunder Innenstadt direkt aus dem Depot. Auf ein Zwischenlager kann man daher verzichten. | Foto: GLS
Liefern auf drei Rädern: GLS nimmt einen Tripl von EWII in Betrieb und beliefert damit die Dortmunder Innenstadt direkt aus dem Depot. Auf ein Zwischenlager kann man daher verzichten. | Foto: GLS
Johannes Reichel

Der Paketdienstleister GLS baut seine alternative Zustellflotte weiter aus. Im Depot in Dortmund kommt mit dem Elektro-Scooter Tripl des dänischen Herstellers EWII ein auf kleine Sendungen spezialisiertes Zustellfahrzeug zum Einsatz. Auch der Wettbewerber Hermes hat bereits seit Mai 2017 ein solches Fahrzeug in der Erprobung am Standort Göttingen. Das wendige Dreirad bietet eine Ladekapazität von 750 Liter und soll trotz der Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nahezu geräuschlos fahren. Während der Testphase will GLS herausfinden, wie sich eScooter am besten in das City-Logistik-Konzept eingliedern lassen. Der Scooter benötige keinen Stellplatz in der Dortmunder Innenstadt, das Depot ist nur drei Kilometer entfernt, skizziert der Dienstleister. Zum Nachladen der Pakete fährt das Fahrzeug mindestens einmal pro Tag ins Depot zurück. Mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern genüge der Fahrzeugakku für eine ganze Tour.

In der Testphase will GLS auch den Einsatz des Scooters für die ideale Anzahl an Stopps und zugestellten Paketen. Das Fahrzeug wird nachts im Depot untergestellt und wieder vollständig aufgeladen - eine handelsübliche Haushaltssteckdose reicht hier aus. „Umweltfreundliche Zustellmethoden werden immer wichtiger. Der eScooter ermöglicht uns, die letzte Meile weiter zu optimieren und die City-Logistik breiter aufzustellen“, erklärt Martin Seidenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der GLS Germany. Der eScooter gliedert sich in die bestehende alternative Zustellflotte des GLS Depots in Dortmund ein, das für den Paketdienstleister eine Vorreiterrolle in der Erprobung neuer Lieferkonzepte einnimmt. Neben einem eBike und eVan, die Dortmund beliefern, kommt im benachbarten Unna ein weiterer eVan zum Einsatz.

Was bedeutet das?

Und noch ein interessantes Konzept, das sich zwischen Bike und Van schiebt: Der Tripl des dänischen Anbieters EWII ist schon eine ganze Weile am Markt, jetzt startet er auch bei den KEP-Logistikern durch. Das verspricht eine höhere Stückzahl mit entsprechenden Skaleneffekten, die auch den Preis des Fahrzeugs senken dürften. In den Betriebskosten ist das Fahrzeug ohnehin unschlagbar im Vergleich zu einem konventionellen Kleintransporter. Als Zwitter zwischen E-Bike und Van könnte das wendige und nicht zuletzt gut designte Gerät bei Profi-Anwendern reüssieren, die auf robuste Technik (vom Motorrad) und zugleich Komfort für die Fahrer Wert legen. Die Zustellzukunft wird jedenfalls bunt.