CES Las Vegas: Die zehn irrsten Exponate

Ihren Ursprung hatte die CES in Las Vegas als "Consumer Electronics"-Messe - Mobilitätsanbieter haben sie erst vor ein paar Jahren für sich entdeckt. Und so finden sich auch abseits der mobilitätslastigen "North Hall" interessante Neuentwicklungen, von denen wir die zehn spannendsten ausgesucht haben.

Irre: Yamaha hat einen Motobot entwickelt, der ein normales Motorrad lenken kann - ohne umzukippen! | Foto. G. Soller
Irre: Yamaha hat einen Motobot entwickelt, der ein normales Motorrad lenken kann - ohne umzukippen! | Foto. G. Soller
Gregor Soller

Einst richtete sich die CES vor allem an Game-Nerds und TV-Begeisterte - von beiden Zielgruppen gab und gibt es in den USA reichlich. Doch im Zuge der Digitalisierung wandelte sich dasProfil der Messe hin zu einer deutlich professionelleren Ausrichtung, auf der sämtliche Arten von elektronischen Waren gezeigt werden. Zwar dominiert nach wie vor die Unterhaltungselektronik, die sich ihrerseits aber Richtung Professionalität entwickelt hat. Aus TV-Geräten wurden dreidimensionale Hologramme, mit denen man mittlerweile ganze Hotellobbys virtuell einrichten oder dekorieren kann. Und millimeterdünne TV-Wände, bieg- und aufrollbar, bringen mittlerweile gestochen scharf gefilmte Landschaften in die Hallen der CES - sofern diese nicht unter Wassereinbruch oder Stromausfall leiden.

Damit haben die TV-Geräte - oder sollten wir besser sagen, TV-Folien die Flucht nach vorn angetreten - nachdem sie von immer professionelleren Laptops und -Rechner-Screens mehr und mehr aus den Wohnzimmern verdrängt wurden.

Auch in Sachen Roboter tat sich Einiges: Mittlerweile können die Kollegen den Haushalt weitgehend übernehmen, beginnen, Tischtennis zu spielen und intelligente Fragen zu stellen. Womit sie als Erziehungs- unf Pflegehelfer gleichermaßen angepriesen werden. 

Professionalisiert wurden auch die Drohnen: Bei Yamaha waren sie als Dünge- und Überwachungshelfer präsent, teils denkt man auch über Wasserrettungseinsätze und weitere semiprofessionelle (und damit bezahlbarere) U-Boote nach. Gekoppelt mit einer VR-Brille kann man dann selbst fliegen oder tauchen - zumindest ein bisschen.

Was bedeutet das?

Aktuell befindet sich die Messe an einem Scheidepunkt: Einerseits hat sie sich stark professionalisiert und massivst an Bedeutung gewonnen. Wenngleich sie nicht das Niveau des Mobile World Congresses in Barcelona oder der Industriemesse in Hannover erreicht - falls man sich im Detail für Telekommunikation, Digitalisierung und Industrie interessiert. Andererseits wollen die Privatkunden und Nerds weiterhin sehen, was es Neues in der Welt der Unterhaltungselektronik gibt. Deshalb muss man in Nevada jetzt den nächsten Schritt gehen und das Ganze "wasserdicht" kriegen, sprich: Profis und Ingenieuren weiter eine bekannte Plattform bieten, ohne das Freakige und Laute, das die CES einst ausmachte, komplett aufzugeben. Man darf gespannt sein, wie die CES diesen Spagat hinbekommt.