Brennstoffzellen-Neuheiten von Audi, BMW und Toyota

Wie Autocar jetzt berichtet, arbeitet Toyota mit BMW an der dritten Generation der Brennstoffzelle. Audi baut derweil den Standort Neckarsulm zum H-Tron-Zentrum aus.

BMW kooperiert in Sachen Brennstoffzelle mit Toyota. Der X7 wäre eine sinnvolle Hülle dafür. | Foto. BMW
BMW kooperiert in Sachen Brennstoffzelle mit Toyota. Der X7 wäre eine sinnvolle Hülle dafür. | Foto. BMW
Gregor Soller

Die Gerüchte verdichten sich, dass BMW und Toyota in Sachen Brennstoffzelle kooperieren: So erklärte Anne Kleczka im Interview mit der VISION mobility, dass die Kooperation mit Toyota die Brennstoffzellenentwicklung bei BMW in der Tat „beschleunigt“ habe, und „kein OEM mehr ohne Kooperationen“ auskomme. Außerdem verkündete die BMW-Mobilitäts-Tochter „Alphabet“ erst kürzlich, 30 Toyota Miraj an Geschäftskunden zu verleasen, womit auch BMW sich ein weiteres „Praxislabor“ geschaffen hat. Außerdem strebe Toyota bis 2025 eine Preisparität zwischen Brennstoffzelle und Plug-In-Hybriden an.

Bei Audi verweist man im Zuge der E-Gas- und E-Fuel-Entwicklung immer wieder auf die daraus ableitbare H2-Gewinnung. Insidern zufolge baue man derzeit den Standort Neckarsulm zum konzernweiten Brennstoffzellenzentrum aus: Die Entwicklungshoheit im VW-Konzern liegt hier bei Audi, wo man zu Beginn des nächsten Jahrzehnts, also 2020, spätestens 2021 mit den ersten H-Tron-Kleinserien starten wird. Man darf gespannt sein, ob man das dafür nötige Package aus dem MEB-Baukasten ableitet oder einen eigenen Brennstoffzellenbaukasten entwickelt, auf dem in erster Linie große SUV stehen dürften. Womit die Technologie auch für Bentley, Lamborghini und Porsche interessant und anfangs wenigstens auf niedrigem Niveau stückzahlenmäßig skalierbar würde.

2020 ist laut „Autocar“ auch der Starttermin für die zweite Generation des Brennstoffzellen-Systems von Toyota, doch hinter den Kulissen arbeite man eben zusammen mit BMW bereits an der dritten Generation, die 2025 serienreif sein könnte. Spätestens dann dürfte auch BMW sein erstes Brennstoffzellenfahrzeug auf den Markt bringen, das aller Voraussicht nach ein großes SUV der Baureihen X5, X7 oder X8 sein könnte. Theoretisch könnte man die Technik dann auch auf Lexus und Rolls-Royce übertragen.

Was bedeutet das?

Obwohl der Durchbruch der Brennstoffzelle noch weit entfernt ist, bleiben die Hersteller hinter den Kulissen dran. Während Daimler derzeit eher abwartend kommuniziert – zumal man mit dem GLC schon ein entsprechendes Modell (eher lustlos) gelauncht hat, verdichten sich die Gerüchte, dass bei BMW und im VW-Konzern auf jeden Fall eine Markteinführung angestrebt wird.