BMW lässt Motorrad R 1200 GS autonom fahren

Mit der autonomen Maschine gibt BMW in Miramas einen Ausblick auf die technische Zukunft.

Die R 1200 GS drehte völlig autonm ihre Runden auf dem Testgelände. | Foto: BMW
Die R 1200 GS drehte völlig autonm ihre Runden auf dem Testgelände. | Foto: BMW
Gregor Soller

Auf dem BMW Group Testgelände im südfranzösischen Miramas drehte eine BMW R 1200 GS wie von Geisterhand gesteuert ihre Runden. Das von BMW Motorrad entwickelte Fahrzeug fährt selbsttätig an, beschleunigt, umrundet eine kurvenreiche Teststrecke und bremst auch wieder selbsttätig bis zum Stillstand ab. Damit strebt BMW aber nach eigenen Angaben „keineswegs“ das völlig selbstständig fahrende Motorrad an. Vielmehr soll die dahinter befindliche Technologie als Plattform zur Entwicklung für zukünftige Systeme und Funktionen dienen, um das Motoradfahren noch sicherer und komfortabler zu machen, und damit auch den Fahrspaß deutlich zu erhöhen.

Ziel der Entwicklung dieses Prototypen ist es, Fahrdynamik-Wissen zu sammeln, um zukünftig Gefahrensituationen schon früh detektieren und den Fahrer damit beispielsweise an Kreuzungen, beim Abbiegen oder beim schnellen Abbremsen mit entsprechenden Sicherheitssystemen unterstützen zu können.

Daneben stellte BMW Motorrad weitere Technologieprojekte vor. Leuchtstarke Kurvenlicht- und Laser-Scheinwerfer waren ebenso zu bestaunen wie ein zu 100 Prozent im sogenannten 3D-Druck gefertigter Motorradrahmen samt Hinterradschwinge. Wie bei der Entwicklung des autonom fahrenden Motorrades nutzte BMW Motorrad auch hier die Synergien zu BMW Automobile, wo dieses additive Fertigungsverfahren in verschiedenen Fahrzeugen bereits Einzug in die Serie hielt. Der maßgebliche Vorteil des 3D-Drucks liegt dabei in der völligen Gestaltungsfreiheit von Bauteilen, die sich auf anderem Wege so nicht fertigen ließen.

Außerdem gewährte BMW Motorrad in Miramas ein Ausblick auf die Bedeutung der fortschreitenden Digitalisierung auf das Motorradfahren in der Zukunft: Vor allem die V2V-Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und damit ein Sicherheits- und Komfortgewinn für den Motorradfahrer durch digitale Vernetzung stehen dabei im Vordergrund. Auch hier profitiert BMW Motorrad von der engen Zusammenarbeit mit BMW Automobile.

Was bedeutet das?

BMW Motorrad profitiert von den Synergien zu BMW Automobile und packt als erster Zweiradhersteller das Thema „autonomes Fahren“ und V2X-Kommunikation an.