BMW baut China-Engagement massiv aus

BMW stärkt sein Engagement in China vor allem in Sachen Elektromobilität und erweitert sein Joint Venture mit Brilliance. Außerdem kooperiert man mit Great Wall Motors.

Mit Great Wall will man den E-Mini und Great-Wall-Modelle fertigen. | Foto: BMW
Mit Great Wall will man den E-Mini und Great-Wall-Modelle fertigen. | Foto: BMW
Gregor Soller

BMW erhöht seine Schlagzahl in China massiv. Mit Great Wall Motors wurde eine Vereinbarung zur Produktion von elektrischen Mini-Modellen in China durch ein gemeinsames 50:50 Joint Venture unterzeichnet. Neben elektrischen Mini soll es auch elektrische Fahrzeuge für Great Wall Motors herstellen. Die Gründung des neuen Unternehmens steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die entsprechenden chinesischen Behörden und dem Abschluss des Gewerbeanmeldeverfahrens. Das Joint Venture in der Provinz Jiangsu sein, wo die beiden Partner gemeinsam eine Produktionsstätte errichten. Die Joint-Venture-Vereinbarung wurde von Wei Jianjun, Gründer und Chairman von Great Wall Motors, sowie Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Entwicklung, unterzeichnet. Den Vertrieb wird das nicht berühren: Man habe nach eigenen Aussagen keine Pläne, eine zusätzliche Vertriebsorganisation in China für künftige elektrische Mini-Fahrzeuge aus diesem Joint Venture aufzubauen.
 

Außerdem hat man mit der Brilliance Automotive Group einen langfristigen Rahmenvertrag zur Erweiterung des Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA) unterzeichnet. BBA erhöht ab 2019 die Kapazität seiner beiden lokalen Produktionsstätten in Shenyang, Provinz Liaoning, auf insgesamt 520.000 BMW Fahrzeuge. Darüber hinaus ist geplant, den von BBA produzierten vollelektrischen BMW iX3 in Märkte außerhalb Chinas zu exportieren. Das nächste Kapitel unserer Zusammenarbeit hat das Potenzial, über unser bestehendes Motto – in China für China – hinauszugehen. Der von BBA ab 2020 produzierte vollelektrische BMW iX3 wird Kunden rund um die Welt finden“, erklärt BMW-CEO Harald Krüger dazu.

2017 wurden rund 560.000 BMW Fahrzeuge an Kunden in China ausgeliefert – mehr als in den beiden nächstgrößten Märkten – den USA und Deutschland – zusammen. Zwei Drittel aller in China abgesetzten Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr von BBA produziert. Die lokale Produktion des neuen BMW X3 in China begann wie geplant im Mai, und der Hochlauf in der zweiten Jahreshälfte dürfte das Wachstum im größten Automobilmarkt der Welt weiter beschleunigen. Der BMW X3 ist das sechste in China lokalisierte BMW Modell. Yumin Qi, Vorstandsvorsitzender der Brilliance Automotive Group Holdings erklärt dazu: „Dieser gemeinsame Erfolg treibt die wirtschaftliche Entwicklung der Provinz Liaoning und schafft Arbeitsplätze und Wohlstand für tausende unserer Mitarbeiter in der Region.“

 Zusätzlich zu den beiden Autoproduktionsstandorten betreibt BBA ein Motorenwerk, einschließlich einer Batteriefabrik für elektrifizierte BMW Fahrzeuge, die lokal in Shenyang produziert werden. Es ist die erste von einem Premium-Automobilhersteller betriebene Batteriefabrik in China. Die lokale Produktion des BMW iX3, dem ersten vollelektrischen Kernmodell der Marke BMW, startet 2020 in Shenyang. Der BMW iX3 ist auch für den Export in Märkte außerhalb Chinas bestimmt. Heute beschäftigt BBA bereits über 800 Experten in seinen Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, wovon drei Viertel Chinesen sind. Insgesamt beschäftigt BBA mehr als 16.800 Mitarbeiter. Seit 2009 hat BMW Brilliance Automotive mehr als 52 Milliarden RMB in seine Werke in Shenyang investiert. Der zweimillionste in China produzierte BMW rollte im Januar 2018 vom Band.

Was bedeutet das?

Auch BMW startet in China voll durch. Im Vergleich dazu fällt der Kapazitäts- und Arbeitsplatzaufbau in Deutschland vergleichsweise klein aus, zumal aus China auch exportiert werden soll. Auf sehr langfristige Sicht ein eher schwieriges Thema, da auch BMWs Abhängigkeit von den Kooperationspartnern stark wächst. Außerdem dürften diese sich auch einen Techniktransfer erhoffen.