Ausbau an Ladesäulen geht schneller voran

Nach Zahlen des BDEW gibt es bundesweit mittlerweile 16.000 öffentliche und teilöffentliche Ladestationen. Zwölf Prozent Schnellladeeinrichtungen, zehn E-Autos pro Station.

Nimmt Fahrt auf: Der Zubau an Ladesäulen stieg in den letzten fünf Monaten um 20 Prozent. Zwölf Prozent sind Schnellladesäulen wie etwa von Ionity. | Foto: Daimler
Nimmt Fahrt auf: Der Zubau an Ladesäulen stieg in den letzten fünf Monaten um 20 Prozent. Zwölf Prozent sind Schnellladesäulen wie etwa von Ionity. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Nach neuesten Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft stehen aktuell in Deutschland über 16.100 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte zur Verfügung und sind derzeit im BDEW-Ladesäulenregister erfasst. Davon sind zwölf Prozent Schnellladevorrichtungen. Ende Juli seien es noch rund 13.500 Ladepunkte gewesen, was einem Zuwachs von über 2.600 Ladepunkten (20 Prozent) innerhalb von fünf Monaten entspricht, wie der Verband wirbt. Über drei Viertel der Ladesäulen würden von der Energiewirtschaft betrieben, so eine Mitteilung weiter. Das wären sogar mehr als es die Nationale Plattform Elektromobilität empfiehlt, die 12,5 Autos pro Säule als Idealmaß angibt.

„Die Energieunternehmen drücken beim Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter aufs Tempo. Und das obwohl bisher kaum E-Autos auf den Straßen rollen, sich der Betrieb der Ladesäulen bisher also kaum rentiert", erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

In Thüringen, Hamburg und Berlin kämen gerade einmal eine Handvoll E-Autos auf einen Ladepunkt, führt Kapferer weiter aus. Aus seiner Sicht leisteten die Energieunternehmen ihren Beitrag, damit die Verkehrswende an Fahrt aufnimmt. Aktuell sind beim Kraftfahrtbundesamt rund 150.000 Pkw mit Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb gemeldet. Unter den 3,2 Millionen Pkw, die zwischen Januar und November 2018 neu zugelassen wurden, waren gerade einmal 1,6 Prozent elektrisch betriebene Autos.

„Die Verbreitung von E-Autos muss schneller vorangehen – sonst wird der Verkehrssektor die Klimaschutzziele 2030 um Lichtjahre verfehlen. Es fehlen nach wie vor Modelle, die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren können“, befindet Kapferer.

Das Interesse in der Bevölkerung an Elektromobilität sei aber vorhanden. Immerhin hätten sich laut einer repräsentativen BDEW-Umfrage bereits 29 Prozent der befragten Personen über E-Autos informiert. Fünf Prozent der Befragten planten, sich ein E-Auto anzuschaffen. Ein wichtiger Faktor bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs sei laut Umfrage zudem der Zugang zu privater Ladeinfrastruktur. Die Regierung sollte daher mehr Tempo machen, um die Installation von Ladeinfrastruktur im privaten Raum zu erleichtern, etwa durch Fördermittel und Anpassungen im Wohneigentumsrecht. Immerhin fänden hier rund 80 Prozent der Ladevorgänge statt, so der Verband.