Artega baut Microlino

Im November 2018 übernahm die Artega GmbH alle Rechte für die Produktion des Microlino von Tazzari übernommen. Außerdem sicherten sich die Deutschen die Rechte an den Tazzari-Zero-Fahrzeugen.

Kurswechsel: Tazzari übergibt die Microlino-Produktion und die Rechte an den eigenen Stadt-Stromern an Artega. Marco Batillani (Tazzari), Erik Tazzari (Tazzari), Klaus Frers (Artega), Wim  Ouboter (Microlino), Oliver Ouboter (Microlino), Merlin Ouboter  (Microlino) (v.l.) | Foto: Microlino
Kurswechsel: Tazzari übergibt die Microlino-Produktion und die Rechte an den eigenen Stadt-Stromern an Artega. Marco Batillani (Tazzari), Erik Tazzari (Tazzari), Klaus Frers (Artega), Wim Ouboter (Microlino), Oliver Ouboter (Microlino), Merlin Ouboter (Microlino) (v.l.) | Foto: Microlino
Gregor Soller

Kurswechsel bei Microlino: Nach neuesten Informationen wird jetzt Artega statt Tazzari die Knutschkugel der Schweizer fertigen. Der neue Produktionspartner investiert weitere 3 Millionen Euro in die Produktionslinie. Und Tazzari? Die Italiener wollen sich künftig  auf die Entwicklung von zukünftigen Projekten außerhalb des Stadtauto-Segments fokussieren. Artega wird die Produktionslinie in Delbrück aufstellen und dort rund 50 Arbeitsplätze schaffen. Artega ist ein deutscher Sportwagenhersteller, der 2007 den GT  präsentierte. Auf dem basiert auch der neue Elektro-Sportler Superelletra. Die ersten Prototypen sollen 2019 produziert werden.

Ebenfalls für 2019 terminiert ist der Produktionsstart des Microlino: erste Modelle sollen ab Januar 2019 in einer 3.000 Quadratmeter großen Halle in Delbrück-Hagen gebaut werden. Die zunächst vorgesehene Produktionskapazität beträgt 8.000 Fahrzeuge pro Jahr und soll im Frühling Kunden in der Schweiz und ab Mitte 2019 auch in Deutschland beliefern. Der Verkaufsstart in weiteren Europäischen Ländern wird darauf folgen. Seit März 2016 wurden mehr als 10‘000 Microlino reserviert, laut Microlino Pressesprecher Merlin Ouboter kommen täglich Dutzende neu dazu.

Interessant für Microlino ist laut Ouboter auch Artegas Hintergrund: Der Besitzer Klaus Frers ist auch der Mehrheitsaktionär und Gründer des Unternehmens Paragon, ein Tier-1 Lieferant in der Automobilindustrie. Paragon hat eine Reihe von Produkten, die sich für die Integration in den Microlino eignen könnten, wie beispielsweise Displays, Sprachassistenten, Lautsprecher und weitere Teile im Interieur. Zudem verfügt Paragon mit dem Tochterunternehmen Voltabox über einen Hersteller, der sich auf die Produktion von Li-Ionen Batterien für Gabelstapler und E-Bikes spezialisiert hat.

Was bedeutet das?

Zwischen den Zeilen wird klar, dass es bei Tazzari einen Kurswechsel gab – und deshalb die Produktion des Microlino von Italien nach Deutschland verlegt wird. Was kein Beinbruch sein muss – zumal die Pläne zum Produktionsstart davon praktisch nicht beeinflusst werden. Sympathisch: Microlino plant weiterhin mit dezenten Stückzahlen und bleibt damit dezent-eidgenössisch auf dem Boden der Tatsachen.