0,5%-Regel für elektrifizierte Dienstwagen soll verlängert werden

Was schon seit Wochen als Gerücht rumorte, wurde jetzt von Bundesfinanzminister Olaf Scholz bestätigt: Er kündigt eine Verlängerung der Steuerboni von Elektroautos und Plug-in-Hybriden als Dienstwagen an.

Vor allem der Dienstwagensektor bietet großes "Umstiegspotenzial", sofern die Besteuerung stimmt. | Foto: BMW
Vor allem der Dienstwagensektor bietet großes "Umstiegspotenzial", sofern die Besteuerung stimmt. | Foto: BMW
Gregor Soller

Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern (siehe auch https://www.vision-mobility.de/de/news/regierung-will-e-auto-praemie-verlaengern-2760.html): Die Regierung plant, die Steuerboni auf elektrifizierte Autos zu verlängern. Zu Beginn des Jahres trat die 0,5%-Regel in Kraft, die bis 2021 gelten sollte. Doch nachdem sich abzeichnet, dass die Elektromobilität nicht günstig und (noch) nicht zum vergleichbaren Verbrennertarif zu haben ist, plant Scholz, dass die 0,5%-Regel „vielleicht über das ganze nächste Jahrzehnt“ gelten könnte. Der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung eines Dienstwagens wurde bis dato pauschal mit einem Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat besteuert, wodurch Elektrofahrzeuge den Nutzer in der Regel immer deutlich teurer kamen als vergleichbare Verbrenner. Seit Januar 2019 wurde dieser Satz für Batterieelektriker, Plug-In-Hybride und Brennstoffzellenmodelle auf 0,5 Prozent gesenkt, was diese steuerlich deutlich attraktiver macht. Ebenfalls neu: Künftig sollen auch Vans mit einbezogen werden und bei den Plug-In-Hybriden wird die Regierung strenger: Sie sollen nur noch gefördert werden, wenn sie „elektrisch eine längere Strecke fahren können als heute“, wobei Schulz hier die Zahl von 80 Kilometer in den Raum wirft. Bisher genügen nach dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG) 40 Kilometer oder ein Ausstoß von höchstens 50 g CO2/km ausstoßen. Bewertet wird nach dem WLTP-Prüfverfahren.

Nachdem die Elektrifizierung 2018 zwar anstieg, aber nicht dramatisch zulegte, erwägt man auch, den Umweltbonus zu verlängern, der eigentlich im Juni 2019 auslaufen sollte. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte gegenüber der „Welt“ einen Bericht zu Überlegungen, den Umweltbonus zu verlängern. In Städten mit besonders hoher Luftverschmutzung könnte der Bonus laut der „Welt“ künftig sogar noch höher ausfallen.

Zusätzlich verlängern auch viele Autohersteller ihre Boni- und „Umtauschprogramme“. Hintergrund: Auf die Art können auch die Flottenverbräuche gesenkt werden. Auf alle Beteiligten gemeinsam steigt der Druck, den CO2-Ausstoß in den nächsten Jahren drastisch zu senken.

Was bedeutet das?

CO2 muss runter, die Kosten für alternativ angetriebene respektive elektrifizierte Fahrzeuge müssen es auch: Entsprechend muss der Staat mit anschieben, wenn er die Wende wirklich möchte. Und da eignet sich der Hebel der Dienstwagen am besten.