Elektromobilität

Ein Elektrofahrzeug macht noch keinen nachhaltigen Fuhrpark

Elektromobilität bietet Chancen für die grüne Citylogistik. Für einen wirtschaftlichen Einsatz sollten sich Unternehmen aber schon im Vorfeld Gedanken machen.

Das Lademanagement ist nur einer der Aspekte, der über die Wirtschaftlichkeit beim Einsatz von Elektrofahrzeugen bestimmt.
Das Lademanagement ist nur einer der Aspekte, der über die Wirtschaftlichkeit beim Einsatz von Elektrofahrzeugen bestimmt.
Online-Advertorial | DAKO

Verschärfte Umweltauflagen, manipulierte Schadstoffanalysen der Fahrzeughersteller und drohende Dieselfahrverbote in Städten sind nicht erst seit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Februar brandaktuelle Themen. Auch infolgedessen wächst das Umweltbewusstsein bei vielen Kunden, die immer häufiger Logistikpartner mit einer nachhaltigen, CO2-neutralen Transportphilosophie bevorzugen. Unternehmen, die nach Alternativen zum Diesel in der Citylogistik suchen, landen schnell beim Thema Elektromobilität.

Wer sich jetzt vorstellt, statt eines dieselbetriebenen Fahrzeugs einfach eins mit Batterie einzusetzen, denkt zu kurz. „Die Frage der Wirtschaftlichkeit entscheidet sich in der Planung“, bringt es Dr. Harald Hempel, Projektleiter der DAKO GmbH im Forschungsprojekt Smart Distribution Logistik, auf den Punkt. „Bei einem reinen Tausch kommen die Vorteile der Elektromobilität gar nicht zur Geltung. Die Art des Auslieferns muss völlig neu gedacht werden.“ Genau das tun die Partner im Forschungsprojekt. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz der Fahrzeuge, sondern eine ganzheitliche Betrachtung der Lieferkette.

Vor der Entscheidung für ein bestimmtes E-Fahrzeug steht die Analyse der Fuhrparkprozesse, Routen und Transportwege. „IT leistet hier wichtige Unterstützung“, so Hempel. „Deshalb arbeiten wir an einer lernfähigen Plattform, die besondere Herausforderungen wie Reichweite, Einsatzzweck und Auslastung einbezieht, um Touren intelligent planen zu können.“ Je besser die Fahrzeuge ausgelastet sind, desto schneller amortisieren sich nämlich die zurzeit noch hohen Anschaffungskosten. Geben digitale Daten in Echtzeit Informationen zu Ladestatus und Standort, lassen sich die Fahrzeuge optimal steuern. Intelligente Algorithmen können so sekundenschnell aus einer großen Datenmenge geeignete Routen berechnen und Prognosen abgeben, die einen wirtschaftlichen Einsatz erst ermöglichen.

Weitere Aspekte, die es zu bedenken gilt, sind etwa die Ladeinfrastruktur und das Energiemanagement im Gebäude. „Unternehmen können z.B. selbst Energie durch Photovoltaikanlagen erzeugen und so große Preisvorteile beim Stromanbieter erhalten“, weiß Hempel. Auch hier kann Digitalisierung unterstützen, indem etwa ein System den Strom sinnvoll zwischen Gebäude und Ladesäulen verteilt und die Fahrzeuge je nach Ladebedarf dirigiert.

Das hört sich für manche vielleicht nach viel Aufwand an, aber Unternehmen sollten sich von den digitalen Möglichkeiten nicht einschüchtern lassen, sondern sie als Chance begreifen, ermutigt der IT-Experte. „Eine gute Informationsquelle bieten Veranstaltungen, die sich genau mit diesen Themen beschäftigen, zum Beispiel unsere Kongressreihe Smart City Logistik.“ Das interdisziplinäre Forum bringt jedes Jahr Pioniere, Hersteller, Anwender und Interessierte zum Thema Elektromobilität im Nutzfahrzeugverkehr zusammen. Am 25. und 26. Juni 2018 liegt der Fokus darauf, wie sich eine nachhaltige Fuhrparkstruktur ökonomisch aufbauen lässt – laut Hempel „ideal zum Netzwerken für alle, die aktiv grüne Logistik mitgestalten wollen.“

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