Mobilität

Flottenmanagement: Vive la France!

PSA meldet sich zurück: Binnen kurzer Zeit kehrte das französische Dreigestirn der Marken Citroën, DS und Peugeot zurück in die Gewinnzone und schaffte den Turnaround für die noch junge Tochter Opel/Vauxhall binnen eines Jahres.

Bilder: DS; Free2Move; Peugeot
Bilder: DS; Free2Move; Peugeot
Gregor Soller

SA zielt mit den Flottenlösungen Free2Move und der Edelmarke auf den deutschen Markt. Und will genau dorthin, wo hohe Stückzahlen und Umsätze zu machen sind: im Flottengeschäft mit Premiumautomobilen. Personell wird nach Jahren des Gesundschrumpfens wieder aufgestockt und die Stimmung im Konzern stimmt. Wir haben das neueste Flottentool Free2Move Connect Fleet in der Praxis getestet und bei Peugeot und DS mit den Markenverantwortlichen gesprochen, die sehr konkrete Vorstellungen für die Zukunft haben.

Das war nicht immer so. Rückblende ins Jahr 2012 – eines der turbulentesten der PSA-Geschichte: Man startete eine Kooperation mit General Motors und befand sich im Sinkflug. Am 24.10.2012 musste der französische Staat Anleihen der PSA-Bank in Höhe von sieben Milliarden Euro garantieren, um einen Konkurs zu vermeiden. 2014 stieg dann Dongfeng mit frischem Kapital ein. Schon 2015 fuhr PSA wieder in die Gewinnzone.

Hinter den Kulissen gab es harte Einschnitte, in deren Zuge das komplette künftige Portfolio zusammen mit Dongfeng auf zwei Hauptplattformen EMP1 und EMP2 gestellt wurde. Erstere für Kompaktwagen, letztere für die größeren Modelle. In dem Zuge stellte man sich auch antriebsseitig neu auf. Das Motorenprogramm wurde ebenfalls komprimiert und die Elektrifizierung vorangetrieben. Die Rosskur zeigte Wirkung: Am 6.3.2017 übernahm PSA Opel/Vauxhall, nachdem man mit GM bereits die Basis für Crossland X und Grandland X schuf. Und binnen Jahresfrist drehten die Franzosen 2018 auch das Opel-Ergebnis von Rot auf Schwarz. Wobei die US-Konzerne dafür bekannt sind, europäische Töchter gern in roten Zahlen zu lassen – was vor allem steuerliche Gründe hat.

Jetzt müssen die vier PSA-Marken stärker differenziert werden: Nachdem auch für Citroën keine Unsummen mehr bereitstehen, um technische Eigenheiten wie das Hydractive-Fahrwerk zu pflegen, teilte man die Marke in Citroën und DS, die mit optischer Eigenständigkeit Opel und Peugeot „umfassen“ – Citroën eher am unteren, DS am oberen Ende des Preissegments. Beide Marken zeigen wieder einen sehr französischen Charakter, was durch bunte und/oder extravagante Materialmischungen im Interieur unterstrichen wird. Peugeot wurde mit deutlich aggressiverer Optik und dem sogenannten i-Cockpit ebenfalls deutlich eigenständiger und sportlicher positioniert, während man bei Opel auf jeden Fall die deutsche Ingenieurskunst behalten und betonen möchte und die Marke weiter als unmittelbaren Volkswagen-Gegner sieht.

Auch die „Dieselmarke“ PSA setzt stärker auf Strom
Entsprechend möchte Gilles Le Borgne, Executive Vice President und zuständig für Qualität und Entwicklung bei PSA, schon bald die nächste Entwicklungsstufe ausrollen. Opel Astra, Insignia, Mokka X oder Zafira werden noch bis zum Ende der geplanten Laufzeit auf der GM-Plattform stehen. Der nächste Corsa nutzt ab 2019 die EMP1-Plattform, gemeinsam mit den neuen Peugeot 208 und DS3.

Dabei wird Frankreich laut Le Borgne den Lead bei Package und Prozessen haben, dafür aber Kernkompetenzen an Opel abgeben. Den Flottenverbrauch senken möchte man mit der Elektrifizierung und Mild-Hybridisierung. Keine Zukunft hat laut Le Borgne der riemengetriebene Starter-Generator, der vor einigen Jahren bei Diesel-Hybriden eingesetzt wurde: Die Technik sei ineffizient und überholt. Stattdessen setzt PSA auf eine E-Maschine, die direkt im Doppelkupplungsgetriebe verbaut ist. Dazu kommen Plug-in-Hybride mit Ottomotoren, die Systemleistungen weit über 300 PS bieten können. Sechszylinder? Non. Der Diesel ist auf dem Rückzug: Laut Le Borgne dürfte er schon 2019 weniger als die Hälfte des Programmes befeuern, dafür dürfte der Anteil elektrifizierter Modelle stark steigen. Dass Diesel sauber sein können, bewies man mit dem DS 7 Crossback. Der war vom Magazin „Auto Motor und Sport“ der sauberste, je gemessene Diesel. Er stieß nur 18 Milligramm NOx pro Kilometer aus: „Der Diesel hat den technischen Wettbewerb gewonnen, aber den politischen könnte er noch verlieren“, überlegt Le Borgne.

DS gelang mit dem DS 7 Crossback ein erster Achtungserfolg: Optisch gelungen doch näher am Mainstream als der DS 5, trotzdem wird er mit speziellen Details zunehmend als hochwertige SUV-Alternative wahrgenommen. Als Premiumalternative für Frankophile sozusagen, die seit dem Ableben des Citroën C6 und DS 5 nicht mehr viel zur Wahl hatten. Außerdem engagiert sich DS als Konstrukteur in der rein elektrischen Motorsportserie FIA Formel E, was auch künftigen Serienmodellen zugutekommen soll.

Markenübergreifend sollen bis 2025 alle Modelle der Groupe PSA auch als elektrifizierte Versionen verfügbar sein. Aber auch bei den Serienmodellen respektive Flottenprogrammen wird nachgelegt: Nach der Übernahme des Berliner Start-ups Free2Move wird die einst als Carsharing gestartete Marke sukzessive erweitert und bildet den PSA-Brückenkopf in die USA. Mit Free2Move können die Nutzer die verfügbaren Fahrzeuge sämtlicher Carsharing-Anbieter in der Nähe finden und vergleichen. So kann man das Optimum für sich wählen und direkt in der Free2Move-App buchen. Allein in Deutschland gibt es rund 150 Carsharing-Anbieter mit 1,7 Millionen registrierten Usern, Tendenz steigend. Doch PSA kennt die Praxis: Es passiert immer wieder, dass die Nutzer kein passendes Fahrzeug in der Nähe finden. Morgens suchen die Berufspendler ein Auto, das sie aus den Außenbezirken in die City zum Arbeiten bringt, abends finden sich in vielen Wohnvierteln keine E-Scooter mehr, weil viele damit in die Stadt gefahren sind. Und wenn es regnet, findet man manchmal leichter ein Taxi in New York als ein Carsharing-Fahrzeug. Darum erweitert Free2Move sein Angebot ständig. Aktuell bündelt man in über 20 Städten und Ballungsräumen in sieben Ländern die Angebote der wichtigsten Carsharing-Anbieter. Auch Uber-Ridesharing bietet man jetzt an.

Free2Move zielt mit neuen Paketen ins B2B-Segment
Im Januar 2018 kam das B2B-Segment dazu: Das neue Geschäftsfeld bot Mobilitätslösungen für mittelständische und große Unternehmen, wie etwa Wohngesellschaften in Ballungsräumen, um deren Bewohnern Carsharing-Angebote aus einer Hand anzubieten. Das Vertriebs-team um CSO Andreas Sujata will bestehende Verkehrsangebote zu einer „Smart City“ verbinden, um allen Bewohnern eine „Mobilitätsgarantie“ zu bieten.

Das Flottengeschäft wird weiter vertieft: Das webbasierte Flottenmanagement-Tool „Free2Move Connect Fleet“ adressiert die gewerbliche Fuhrparkorganisation vernetzter Fahrzeuge, um Kosten zu senken und Betriebsprozesse zu optimieren. Bisher wurde das System in sechs EU-Staaten eingeführt und PSA betreut damit über 1.000 Kunden mit rund 130.000 Fahrzeugen. Die reichen vom Handwerker mit zwei oder drei Fahrzeugen bis zur französischen Post mit einigen 1.000 Einheiten.

Basis ist die Telematik-Box „Connect SOS“, die in den meisten PSA-Modellen verbaut wird. Für Fremdmarken gibt es eine zertifizierte Nachrüstlösung, die beim PSA-Händler eingebaut werden kann. Einziger Nachteil: Bei PSA-Modellen greift das System auf den CAN-Bus der Autos zu, was bei Fremdmarken in der Regel nicht funktioniert. Via CAN-Bus lassen sich sämtliche Fahr- und Motordaten auslesen und in ein Bewertungssystem überführen, mit dem der Flottenmanager sich Reportings erstellen lassen kann.

Dafür bietet man drei Bausteine an: Basis ist das bloße Reporting von Kraftstoffverbrauch und -füllstand, gefahrenen Kilometern und der Nutzungsdauer, dazu die Echtzeitermittlung mechanischer Warnmeldungen aus dem Motorsteuergerät sowie die Erinnerung an Wartungsintervalle, die bei PSA per Kilometerleistung fixiert sind. Das kostet pro Fahrzeug und Monat 9,90 Euro.

Für 10,90 Euro kommt das „Eco-Driving-Modul“ hinzu. Das analysiert das Fahrverhalten des Fahrers, kann personalisierte Empfehlungen für ökonomisches Fahren geben und ein Fahrer-Ranking nach sicherer und effizienter Fahrweise erstellen.

Für 11,90 Euro erhält man eine Geolocation dazu, um die Fahrzeuge in Echtzeit zu lokalisieren. Außerdem gibt es ein Tracking von Routenverläufen und Stillstandzeiten sowie die Möglichkeit des Geofencing samt Warnhinweis. Außerdem können Points of Interest – zum Beispiel bei Kunden – festgelegt werden. Für Fahrten außerhalb des Dienstes ist ein Privatsphäremodus verfügbar, der über die beiden Taster im Dachhimmel aktiviert wird. Die Daten gehen via Sim-Card an einen Server in Frankreich und von dort auf die Kundengeräte. Auf der Übertragungsseite arbeitet PSA europaweit mit der Deutschen Telekom zusammen.

Wir konnten das Ganze in der Praxis testen und auswerten lassen. Dabei interessierte uns vor allem die Auswertung der Fahrt, die streng und detailliert analysiert wird. Man erhält eine sehr gute Aufschlüsselung samt Verbrauch – auch als CO2-Äquivalent. Gewertet werden immer die absoluten Verbräuche, sodass sparsame Diesel wie zum Beispiel ein Citroën C4 Cactus HDI in der Regel besser dastehen als ein Peugeot 308 GTI. Trotzdem lassen sich auch mit diesen Autos gute Werte einfahren. Streng gewertet werden auch Bremsungen, schnelle Kurvenfahrten (Verschleiß!) oder Fehler beim Schalten, wobei hier auch das niedertourige „ziehen lassen“ im kleinen Gang Abzüge bringen kann. Eine solch schaltfaule, für Benziner nicht optimale Fahrweise mit zügigen Kurvenfahrten im Bergischen Land brachten uns ein eher schwaches Ergebnis ein. Die Fehler lassen sich gut auswerten, auch das Reporting der Fahrzeiten und die Geolokalisation funktionieren sehr gut. Warnhinweise werden zuverlässig weitergegeben und „Privatfahrten“ per Tastendruck dann als solche verbucht, was die Abrechnung fürs Finanzamt erleichtert. Allerdings hatten wir auch hier ein kleines Problem: Nachdem wir vom „Privatmodus“ per Druck auf die beiden Taster im Dachhimmel zur „Dienstfahrt“ zurückwechseln wollten, hatten wir die Notruf- respektive Service-Hotline aktiviert, die uns sofort korrekt lokalisiert hat und in den Aufzeichnungsmodus zurückhalf.

Fazit: Das umfassende Paket erleichtert die Fuhrparkverwaltung erheblich. Damit hat PSA für seine Nutzfahrzeugkunden auch die Handwerksbetriebe im Blick: Die können per Free2Move Connect Fleet ihre Arbeitszeiten bei Kunden verifizieren. Ein weiterer Baustein sind umfassende All-in-Leasingangebote, mit denen PSA sich stärker auf dem Flottenmarkt engagieren möchte – um dort auch außerhalb Frankreichs stärker zu punkten.

Auf den Punkt
Es ist … die gelungene Rückkehr von PSA.
Schön, dass … alle PSA-Marken mit viel Individualität punkten.
Schade, dass … man zuvor einiges dieser Individualität kaputtsparte.
Was haben Flotten davon? Immer umfassendere und professionellere Angebote.

Interview mit Yves Bonnefont 
CEO 
DS Automobiles:
Befragt man Yves Bonnefont, CEO DS Automobiles, lohnt es sich, auf seine Gestik und Mimik zu achten, die viel über die momentane Euphorie im Konzern verrät – zumal Bonnefont mit seiner Premiummarke große Freiheiten hat.

Der DS 7 Crossback ist auch in Deutschland relativ oft zu sehen. Wann kommt die PHEV-Version, die in Peking bereits gezeigt wurde?
Wenn wir über den DS 7 Crossback sprechen, gelangen wir zum Herz von DS Automobiles. Dieses SUV ist das erste Modell der zweiten DS-Generation. Erste Skizzen entstanden 2014 – zur Gründung der Marke. Somit verkörpert das Modell unsere Produktstrategie mit Fokus auf französische Raffinesse und innovative Technologien perfekt. Seit seiner Markteinführung fand der DS 7 Crossback sehr hohen Anklang (pausiert mit stolzem Blick). Betrachten wir die Halbjahresergebnisse 2018 von DS Automobiles, stellt der DS 7 Crossback den Wachstumstreiber bei den weltweiten Verkäufen dar. Diese sind insgesamt um 14 Prozent gestiegen. Im Hauptmarkt Frankreich steht der DS 7 Crossback an der Spitze des Premium C-SUV Segments – seit drei Monaten in Folge. In Deutschland, unserem viertgrößten Markt, stiegen die Zulassungen innerhalb der ersten sechs Monate um 28,5 Prozent. Dabei ist jedes vierte Modell ein DS 7 Crossback. Ab Herbst 2019 kommt das Modell als Plug-in-Hybrid (erzählt Bonnefont mit strahlenden Augen). Elektrifizierung ist ein wichtiger Strang unserer Produktstrategie. Ab dem DS 7 Crossback werden all unsere künftigen Modelle elektrifiziert fahren, entweder als Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch. Jedes Fahrzeug wird damit die Signatur „E-Tense“ tragen. Der DS 7 Crossback E-Tense 4x4 kommt als Allrad, 300 PS und einer elektrischen Reichweite von 50 Kilometern nach dem WLTP-Zyklus.

Welche Modelle werden als nächstes folgen? Entwicklungschef Gilles Le Borgne hat eine Limousine über Peugeot 508/Citroën C5 angekündigt, die größer bauen wird – also eine Art neue „Göttin“. Dürfen Sie da konkreter werden?
Der DS 7 Crossback ebnet den Weg für die Einführung eines neuen Modells pro Jahr (insgesamt sechs Modelle bis 2022). Die DS-Range wird sechs Fahrzeuge, vom B- bis zum D-Segment, umfassen. Was ich über das nächste DS-Modell sagen kann, ist, dass es als vollelektrische Version erhältlich und der Star des Pariser Autosalons am 4. Oktober sein wird (lächelt zufrieden).

Wie weit wird sich die Marke DS aus dem Fenster lehnen? Optisch und haptisch ist sie klar positioniert und leistet sich in der Gestaltung einige Extravaganzen – die sich aber scheinbar schwer verkaufen lassen. Denn der DS 7 Crossback tritt ja optisch vergleichsweise dezent auf?
Der DS 7 Crossback ist die neue Alternative im Premiumautomobilmarkt. Unsere Ambition ist es, das französische Know-how im Luxusbereich in die Automobilindustrie zu bringen. Genau dieses Know-how ist bereits in zahlreichen Branchen weltweit anerkannt, außer eben in der Automobilbranche (dabei hebt er den Zeigefinger und gerät regelrecht ins Schwärmen). Ein DS sollte wie kein anderes Auto aussehen, er sollte mit fortschrittlicher Technologie ausgestattet sein und immer den „handgemachten“ Touch enthalten, der ihm zusätzlich Seele verleiht. Nehmen wir als Beispiel den DS 7 Crossback und seine einzigartige Lichtsignatur. Durch die vorderen LED-Module, die wie geschliffene Edelsteine aussehen, oder den Rückleuchten im Schuppendesign wirkt das Premium-SUV außergewöhnlich. (jetzt „redet“ Bonnefont auch mit den Händen, um seine Erklärungen zu unterstützen). Dazu kommt eine Technologie, die einzigartig im Segment ist: DS Active Scan Suspension scannt per Kamera die Straßenbeschaffenheit in Echtzeit und stimmt darauf die Dämpfung des Fahrzeugs ab. DS Night Vision bietet per Infrarotkamera eine außergewöhnliche Sicht bei Nacht. Dazu kommen die hochwertige Materialität und Verarbeitung: Selbst der Lenkradkopf und der Haltegriff werden in Handarbeit mit Leder überzogen.

Welche technischen Akzente möchte DS darüber hinaus setzen? PSA hat einen sehr scharf gerechneten Baukasten etabliert. Historische Unique Selling Points wie das Hydractive Fahrwerk existieren nicht mehr. Ich bezweifle, dass Design allein genügt, um die Marke stark und nachhaltig im Premiumsegment zu verankern. Besteht nicht die Gefahr, DS nur als teuren Ableger günstigerer Citroën-Modelle zu sehen?
Der DS 7 Crossback überzeugt nicht nur durch charismatisches Design, sondern ebenso durch hohes technologisches Niveau. Neben den bereits erwähnten Technologien sind unsere Kunden insbesondere von unserer Fahrtechnologie DS Connected Pilot überzeugt. 50 Prozent der DS-7-Käufer haben sich für dieses Feature entschieden und erleben so teilautonomes Fahren im SUV. Bei unseren kommenden Modellen werden wir unsere Technologieoffensive in Bereichen wie autonomes Fahren, Elektrifizierung und Konnektivität fortsetzen.

Können Sie da etwas konkreter werden?
Die Elektrifizierung ist ein wichtiger Teil unserer Produktstrategie. Damit einhergeht unser Engagement in der FIA Formel-E-Weltmeisterschaft. Die Erfahrungen, die wir auf der Rennstrecke sammeln, sind für die Entwicklung unserer elektrischen Antriebsstränge sehr wertvoll. So lieferten die Ingenieure von DS Performance, der DS Motorsportabteilung, wichtige Erkenntnisse für den DS 7 Crossback E-Tense 4x4 mit 300 PS. Darauf folgt, wie erwähnt, die Weltpremiere des ersten vollelektrischen Fahrzeugs von DS Automobiles. Somit werden alle neuen DS-Modelle ab 2019 auch elektrifiziert verfügbar sein. Ab 2025 wird DS Automobiles schließlich zur reinen Elektromarke. Übrigens tritt DS Automobiles ab der nächsten Formel-E-Saison als offizieller FIA-Konstrukteur auf.

Und wie sieht es künftig mit den Themen Sicherheit und autonomes Fahren aus?
Zum Thema autonomes Fahren führt der DS 7 Crossback Level 2 ein, das im Stau oder auf langen Fahrten für echte Sicherheit sorgt. Das Auto kann von selbst anhalten und starten, bleibt in der Spur und kontrolliert die Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug. Unsere Technologie heißt DS Connected Pilot und ist gemäß den geltenden Verkehrsvorschriften zwischen 0 und 180 km/h verfügbar. Außerdem sind wir bereit für Stufe 3, mit der der Fahrer lange Zeiträume entspannen kann – aber dies erlaubt die aktuelle Gesetzgebung noch nicht. Schließlich bereiten wir uns auf die Stufe 4 vor, in der das Auto alle Situationen selbst meistern wird: DS wird bereit sein, um 100 Prozent autonom zu fahren (nachdem Bonnefont auch hier wieder unterstützend gestikuliert hat, lächelt er und lehnt sich zurück).

Die asymmetrisch gestaltete Studie DS X E-Tense setzt optisch extreme Akzente. Was ist davon in die Serie übertragbar?
Der DS X E-Tense ist unsere Vision des französischen Automobilluxus im Jahr 2035. Mit diesem Konzeptfahrzeug möchten wir zeigen, dass das eigentliche Fahrvergnügen trotz der Fortschritte im Bereich Autonomous Driving nicht schwinden muss. Auch wenn wir bereits wissen, wie unsere Modellpalette bis 2025 aussehen wird, werden wir einzelne Elemente des DS X E-Tense in die Serie übertragen. Mehr auf dem Pariser Autosalon (lächelt selbstbewusst und mysteriös).

Wie wollen Sie Ihren Premiumanspruch im Servicebereich einlösen?
Einzigartige Kundenerfahrungen bilden die dritte Säule unserer Strategie neben außergewöhnlichen Produkten und der Entwicklung unseres exklusiven Händlernetzwerks. Unser weltweites Programm heißt „Only you – The DS Experience“. Es basiert auf drei einfachen Prinzipien. Erstens: Der Kunde hat die Wahl, ob er zu DS kommt oder DS zu ihm. Zweitens: DS steht dem Kunden stets zur Seite. Drittens: DS garantiert stets die Mobilität des Kunden mit einem Markenmodell. Auf dieser Basis haben wir eine Reihe von Diensten entwickelt, wie zum Beispiel DS Valet, ein persönlicher Chauffeur, der den DS-Kunden abholt oder Fahrzeuge anliefert. Ein anderer Service heißt DS Rent, ein Service zur Kurzzeitmiete von DS-Modellen. DS at your Service bietet ein Call-Center, das dem Kunden von Montag bis Samstag von 8 bis 22 Uhr für Fragen zur Verfügung steht.

Wenn Sie DS in drei Worten charakterisieren, welche wären das?
Avantgarde, Entschlossenheit, Exzellenz.

 

Interview mit Gilles Le Borgne 
Executive Vice 
President PSA:
Weshalb kam der Peugeot 508 nicht gleich als Mildhybrid?
Wir wollen immer die effizientesten Motoren anbieten. Ein Mildhybrid war auch in der Überlegung, aber wir haben uns dazu entschieden, gleich einen Plug-in-Hybrid anzubieten.

Wann wird der folgen?
2019 werden wir den Plug-in-Hybrid ins Programm nehmen.

Welchen Antriebsmix erwarten Sie bis und nach dessen Einführung?

Aktuell dominiert im D-Segment noch der Diesel, das wird sich aber 2019 ändern. Wir werden keine exakten Prognosen bezüglich des Anteils der elektrifizierten Modelle abgeben. Unser Ziel ist, bis 2025 alle Modelle in einer Elektrovariante anzubieten.

Könnte der 508 auch Plattform für neue DS-, Citroën- und Opel-Modelle sein? Wie kommen Sie mit der Plattformstrategie voran?

(lächelt) Sehr schnell! Ich bin seit über 30 Jahren im Geschäft und wir hatten damals lange Diskussionen um die Vereinheitlichung von Komponenten zwischen Citroën und Peugeot. Heute geht das alles viel schneller. Die EMP2-Plattform bietet viele Möglichkeiten und eine hohe Variabilität, sodass wir auf der gleichen Plattform alle Markencharaktere widerspiegeln können. Die EMP2-Plattform wird auch die Basis des neuen Citroën C5 sein. Außerdem planen wir eine deutlich größere DS-Version, da wir hier in Radständen und Spurweiten sehr flexibel sind. Für den Opel Insignia haben wir ebenfalls die EMP2-Plattform überlegt. Diese wird jedoch erst mit dem Nachfolger eingesetzt – das dauert aber noch. Sie sehen, wie flexibel EMP2 ist und so werden alle Modelle ganz spezielle Markenspezifika tragen, die sie unverwechselbar machen.

Planen Sie auch einen Wiedereintritt in den US-Markt?

(lacht) Jetzt? Unter diesen politischen Umständen? Nicht mit dem neuen 508. Aber never say never – wir beobachten den Markt und haben mit Opel viel Kompetenz, was das Entwickeln von Plattformen nach dortigen Normen und Standards angeht. Doch kurzfristig ist es erstmal kein Thema.

Wie wichtig ist der chinesische Markt? Wird es dafür Extra-Versionen geben? 

Natürlich ist der chinesische Markt sehr wichtig für uns. Wir haben hier erfolgreiche Joint-Ventures mit DFM und Changan und werden auch spezielle Derivate für diesen Markt entwickeln. Zum Beispiel eine Langversion des 508 mit höherer Silhouette ohne rahmenlose Seitenscheiben, um mehr Platz im Fond zu schaffen. In China sind Chauffeurfahrzeuge sehr wichtig.

Welche Schritte planen Sie für die Elektrifizierung?

Das nächste Jahr wird für uns das Jahr der Elektrifizierung. Wir starten Modelle mit Plug-in-Hybrid-Antrieben, außerdem kommen der neue Peugeot 208 und der neue Opel Corsa als reine Elektroversionen. Aber das ist erst der Anfang, lassen Sie sich überraschen!

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