Konnektivität

Nie mehr Reichweitenangst!

Plugsurfing bietet eine umfassende Ladelösung auch für 
Fuhrpark- und Flottenmanager.

e-Mobility-Station | Bilder: G. Soller; Plugsurfing
e-Mobility-Station | Bilder: G. Soller; Plugsurfing
Gregor Soller

Wer von den Elektroautofahrern kennt sie nicht, die Reichweitenangst? Wenn im Verbrenner schon längst die Warnleuchte zum Nachtanken mahnt, heißt es hier – ruhig Blut bewahren! Gechillt von Ladestation zu Ladestation „surfen“ kann man allenfalls zwischen zu Hause und Büro, sofern man dort schön entspannt seinen Strom ziehen kann. Doch unterwegs hat es sich dann schnell „ausgesurft“. Je weiter die Reichweite sinkt, desto zügiger steigt die Zahl der Fragen im Kopf: Wo ist denn bitteschön die nächste Säule? Kann ich da überhaupt tanken – ich habe doch gar keinen Vertrag mit dem Ladesäulenbetreiber? Passt mein Ladestecker?

Am Anfang standen die Sorgen 
der Stromerpioniere

Um genau dieses Problem zu lösen, haben sich im Jahr 2012 der Brite Adam Woolway und der Holländer Jacob van Zonneveld in Berlin zusammengetan, um die Firma Plugsurfing zu gründen. Ihr erstes Ziel war es, möglichst viele Ladesäulen in ihrer Plugsurfing-App darzustellen, damit der Elektroautofahrer auf einen Blick sehen kann, wo die nächste Säule ist, mit welchem Stecker getankt werden kann, ob die Station frei oder besetzt ist – und idealerweise auch, was der Tankvorgang kostet. Und über eine einmalige und kostenfreie Registrierung bei Plugsurfing sollte der Nutzer ab dann eine (entscheidende) Sorge weniger haben, wenn er mit seinem Stromer unterwegs war.

Die rasante und erfolgreiche Entwicklung des Start-ups

Aus dieser Idee haben die beiden in der Zwischenzeit nunmehr die App mit dem größten Ladenetz in Europa gemacht. Über 65.000 Ladepunkte sind integriert. Alle großen Energieerzeuger wie e.on, Vattenfall, innogy, EnBW sind ihre Partner, die großen Ladesäulenbetreiber wie Stromnetz Hamburg, E-Wald, Allego sind dabei. Dazu kommen auch sämtliche neu ausgelieferte Elektroautos von Toyota oder Nissan. Einige Premium-OEMs packen ihren Kunden ein Willkommenspaket von Plugsurfing ins neue Auto, damit die Fahrer stets wissen, wo die nächste Ladesäule ist.

Die Autohersteller schätzen das. Deshalb werden diese Kooperationen mit OEMs aktuell sehr stark ausgebaut. Noch in diesem Quartal sollen weitere Partnerschaften mit einem britischen und einem deutschen Hersteller live gehen. Diese Entwicklung und vor allem die in der Praxis überzeugende digitale Lösung rief im März 2018 den finnischen Energiekonzern Fortum auf den Plan.

Denn Plugsurfing passt ideal zum Konzernziel der Finnen, die Energiewende aktiv zu gestalten und künftig energieneutral zu sein – sodass Fortum im März 2018 beschloss, Plugsurfing zu kaufen, und den Berlinern damit die Verbindung nach Skandinavien erleichterte. Denn Fortum ist in den „Nordics“ unter anderem Marktführer beim Thema Ladenetzbetrieb. Neben den privaten Elektroautofahrern können heute auch die Flotten- oder Fuhrparkmanager die Plugsurfing-App für ihre Arbeit nutzen. Das Thema Elektromobilität spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Ausstattung der Flotten und die Total Costs of Ownership (TCO) sollen im Idealfall immer weiter sinken.

Darum entwickelte man extra für diesen Bereich eine zielgruppengenaue Lösung. Die wichtigste Anforderung der Flotten- und Fuhrparkmanager lautet: Es soll reibungslos ablaufen. Mit möglichst wenig Aufwand für sie selbst, die Buchhaltung, das „Tanken“ und natürlich auch für den Fahrer. Beim Verbrenner ist diese simple Lösung immer noch die Tankkarte mit automatischer Abrechnung, künftig auch appbasiert verfügbar. Und irgendwie genauso sollte das auch beim mit Strom zu „betankenden“ Fahrzeug laufen. Kern der Plugsurfing-Lösung ist wiederum die App, worüber der Fahrer sein gesamtes Ladeverhalten abrechnen kann.

Ganz gleich, wo man nun lädt, zu Hause, in der Firma oder unterwegs, die Daten werden exakt erfasst und auf einer übersichtlichen monatlichen Rechnung ausgewiesen. Für den Fall also, dass der Mitarbeiter zu Hause einen Ladepunkt installiert bekommt, werden ihm mit der Plugsurfing-Lösung die beim Laden entstandenen Stromkosten automatisch erstattet. Unterdessen können auch alle Transaktionen vom Flotten- und/oder Fuhrparkmanager oder der Buchhaltung über das Kundenportal eingesehen werden – selbstverständlich datenschutzkonform.

An den Plugsurfing-Ladepunkten lädt der Fahrer dann zu den Konditionen, die der Ladesäulenbetreiber aufruft, inklusive einer Provision für Plugsurfing – das kann der Fahrer direkt über die App sehen. Wenn der Flotten- und/oder Fuhrparkmanager will, kann man jedoch auch gesonderte Preise und Tarife vereinbaren. Den großen Leasing-Gesellschaften gefällt das. So gut, dass sie die Plugsurfing-App in White-Label-Lösungen ordern – sprich: Der Fahrer bekommt die App dann im Look-and-feel der Leasing-Gesellschaft angeboten. Und freut sich, dass seine Leasing-Gesellschaft so ein tolles Service-Angebot für ihn hat. Reichweitenangst? Bei über 65.000 Ladepunkten kein Thema mehr!

Auf den Punkt

Es ist … eine umfassende LadelösungsApp.

Schön, dass … sie so viele Ladepunkte beinhaltet und überall eingebunden werden kann.

Schade, dass … man nicht schon früher darauf gekommen ist. Was haben Flotten davon? Viel weniger Aufwand in der Buchhaltung.

Referenz Ausgabe
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