Tokyo Motor Show: Noch immer die irrsten Konzepte

Gregor Soller

Auch wenn die Show wie alle Automessen etwas an Besuchern und Internationalität eingebüßt hat, bleibt sie ein Mekka interessanter Fahrzeugkonzepte.

Die Tore am „Tokyo Big Sight“ in Ariake im Bezirk Koto-ku sind geschlossen und die Besucher gezählt: Nach Angeben der Messegesellschaft waren es im Jahr 2017 am Ende rund 771.200, während 2015 noch rund 812.500 Besucher gezählt wurden. Davon waren 24 Prozent Frauen und, was interessant ist: Ein größerer Personenkreis im Alter zwischen 15 und 39 Jahren: Die machten gut 51 Prozent statt 42,2% aus, die 2015 ausgewertet wurden.

Das Motto lautete „Beyond the Motor“, womit man auch in Japan klarmachen wollte, dass es nicht mehr nur ums Auto, sondern die Mobilität allgemein ging. Was man mit zahlreichen mehr oder weniger wilden Fahrzeugen auch „live“ ausprobieren konnte. Neben den diversen Formen der Mobilität, für die die Japaner immer schon ein Faible hatten. Außerdem gab es auch eine Art Future-Lab, genannt, „The Maze“, das mit VR-Brillen und virtuellen Welten eher Bekanntes bot. Außerdem spielten auch hier das autonome Fahren und der Elektroantrieb als Hybrid, Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch, eine wichtige Rolle. Der jetzt auch die Zweiräder und Nutzfahrzeuge erfasst hat. Dazu kam einmal mehr das Thema Brennstoffzelle, doch auch hier blieb die ganze große Revolution aus. 

Das glatte Gegenteil scheint beim Thema Diesel der Fall zu sein: Während man in den USA und Europa immer lauter über Dieselverbote nachdenkt und teils auch (etwas vorschnell) umsetzt, ist in Japan davon nichts zu spüren – im Gegenteil: Der Dieselmotor ist hier populärer denn je und startet nach Jahren des Dahindümpelns jetzt gerade erst richtig durch. Die japanische Regierung fördert den Selbstzünder sogar steuerlich, was sich mittlerweile auch an einem 50-Prozent-Anteil aller Import-Diesel bemerkbar macht. Und natürlich sollen auch E-Golf und Co. sowie die I.D.-Familie nach Japan kommen, wobei der VW-Konzern hier ausgerechnet den I.D. Buzz nach Tokio brachte – der mit seiner ungewöhnlichen Optik gar nicht so anders aussieht als so manche japanische Studie.   

Trotzdem beschränkten sich die Europäer in Tokyo auf die Ausstellung der wichtigsten bekannten Exponate, die allesamt schon auf der IAA standen. Die US-Hersteller traten erst gar nicht an und auch die übrigen Asiaten bleiben dem sehr speziellen japanischen Markt fern. Insofern wurde auch Tokyo wieder deutlich „regionaler“, bleib aber trotzdem die Spielwiese für irre Ideen und teils eigenartig anmutende Konzepte, die immer noch Vorbildcharakter hätten. Wie zum Beispiel die sogenannten Kei-cars, die mit 3,4 Meter Maximallänge und maximal 660 Kubikzentimeter Hubraum keinen Parkplatz vorweisen müssen – aber das absolut maximale und Bunteste aus den (str)engen Vorgaben machen: Mehr braucht man für vier Personen samt etwas Gepäck nicht, um Spaß zu haben. Und elektrifizieren ließe sich das Ganze auch. 

Was bedeutet das?

Auch wenn die Show wieder ein bisschen zur "Inselveranstaltung" wurde, lohnt sich eine Neuauflage und ein Besuch auch 2019 wieder. Die Planungen für die Tokyo Motor Show Nummer 46 laufen bereits!