Spannendes Symposium: Mennekes feiert zehn Jahre Elektromobilität

Gregor Soller

Zum Jubiläum initiierte Mennekes ein interessantes und kritisches Symposium in Berlin, an dem auch die Bundeskanzlerin teilnahm.

Mennekes lud nach Berlin und bot Hochkarätiges: Man beleuchtete man die zurückliegende Dekade der Elektromobilität in Deutschland, die noch von Diskussionen um Standards, aber auch von Aufbruchsstimmung geprägt waren. Doch die Entwicklung wurde zügig vorangetrieben und Mennekes arbeitet derweil an weiteren intelligenten Lösungen. Im Rahmen dieses Symposiums wurde zusätzlich die Mennekes-Hauptstadtrepräsentanz und das dazugehörige Schulungszentrum auf dem Berliner Euref-Campus eröffnet. Die Eröffnungsreden hielt neben Angela Merkel Prof. Dr. Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität.  Während Kagermann auf die Errungenschaften der deutschen Industrie hinwies und den Weg zur erfolgreichen Elektromobilität als Marathon bezeichnete, dankte die Bundeskanzlerin Walter Mennekes für seinen Einsatz im Standardisierungsprozess des Typ2-Ladesteckers auf europäischer Ebene: „Wenn man bei der Standardsetzung nicht der Gewinner ist, dann kommt man mit der Verbreitung des Produkts nicht so richtig voran, auch wenn die Erfindung noch so schön sein mag. Deshalb gab es ein hartes europäisches Ringen, insbesondere mit unserem geliebten und mit uns eng verbundenen Partner Frankreich. Zum Schluss hat, das will ich sagen, die Qualität überzeugt.“ Gleichzeitig dankte Angela Merkel auch den Anwesenden aus Industrie, Forschung und Verbänden: „Ich bedanke mich bei allen, die dafür ein Herz haben. Man muss auch ein bisschen Leidenschaft leben und an weitere Fortschritte glauben. Deshalb: Machen Sie weiter.“

Prof. Dr. Kagermann hatte in seiner Keynote auf die wichtige Rolle der deutschen Industrie als Leitanbieter verwiesen. So seien Marktanteile für Systeme, aber auch Patente und nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität in Deutschland erfolgreich abgebildet. Kagermann und die Bundeskanzlerin forderten jedoch übereinstimmend, dass die Anstrengungen gebündelt werden müssten, um nun auch Deutschland selbst zum Leitmarkt zu machen. Die Wachstumsraten 2017 seien dafür ein motivierendes Zeichen, so Kagermann.

Es folgte eine Ausführung von Prof. Dr. Günther Schuh unter der Überschrift „Revolution der innerstädtischen Mobilität“ vom Stand der Dinge in Sachen Elektroauto made in Aachen. Der Professor brachte seinen Einsatz für ein kleines und preisgünstiges Elektroauto, wie den e.GO, auf den Punkt: „Was wäre eine schöne und schnelle Lösung? Wenn wir das, was die Elektromobilität jetzt schon kann, auch sofort nutzen. Sie kann nämlich günstig, wenn auf Kurzstrecke beschränkt. Wenn Sie also mit einer kleinen Batterie auskommen, und sich mit 150 Kilometern begnügen, dann können Sie schon fast alles abdecken.“ Dem eloquenten Grüner e.GO Automobile folgte ein nicht minder eloquenter Beitrag von Prof. Andreas Knie, der in seinem wie immer kritisch gehaltenen Vortrag die These von Günther Schuh noch emotional zuspitzte. Einmal mehr rief Knie zum Überschreiten von Grenzen auf, nur so würde Innovation geschaffen: „Wir brauchen Experimentierräume. Wir müssen wieder schauen, wie etwas funktioniert. Wir müssen es probieren können.“ 

 

Den Schlusspunkt bildete die Podiumsdiskussion mit führenden Köpfen der Branche. In der vom Branchenportal electrive.net organisierten Runde sprach Chefredakteur Peter Schwierz mit Volker Lazzaro (MENNEKES), Dr. Ingo Diefenbach (Westnetz GmbH), Andreas Sujata (StreetScooter/Deutsche Post), Frank Bomke (Stromnetz Hamburg GmbH) und Johannes Pallasch (NOW) über die Chancen und Herausforderungen beim Ausbau von Ladeinfrastruktur. Beim abendlichen Get-Together brachte es Christopher Mennekes auf den Punkt: „Dieser Tag hat gezeigt, dass sich Engagement lohnt – da freue ich mich auch ganz persönlich über die Wahrnehmung unserer Bundeskanzlerin. Gleichzeitig möchte ich auch die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die bei uns diesen Weg so erfolgreich gestaltet und begleitet haben. Mit unserem Team können wir weiterhin unter Beweis stellen, dass die elektromobile Zukunft längst Gegenwart ist und dass weitere intelligente Lösungen auf dem Weg sind, um für den Markthochlauf ab 2020 vorbereitet zu sein.“

Das Symposium wurde abgerundet mit Präsentationen von intelligenten eMobility Lösungen.  Darüber hinaus lud der eAuto-Vermieter Nextmove zum Test verschiedenster Elektrofahrzeuge inklusive Teslas Model 3 ein, während die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gemeinsam mit der Bahntochter ioki den Besucherinnen und Besuchern das autonome und elektrische Fahren mit einem Shuttle von EasyMile ermöglichten. Mennekes stellte darüber hinaus seine neue Abrechnungsdienstleistung vor, die Investoren in die Lage versetzen wird, den gesamten Betrieb der eigenen Ladeinfrastruktur abzugeben und eine vollständig durchdachte „Lösung aus einer Hand“ zu erhalten.

Was bedeutet das?

In Summe wurde die These von Prof. Dr. Schuh bestätigt: die städtische Elektromobilität – Mobilität auf kürzerer Strecke – funktioniert bereits. Gleichzeitig machten die Panel-Teilnehmer deutlich, dass der Ausbau von Ladeinfrastruktur weiter einen wichtigen Faktor für den Erfolg der Elektromobilität darstellt.