Škoda zeigt Scala in Tel Aviv

Gregor Soller

Die Tschechen nutzten die Start-up-Metropole am Mittelmeer für die Präsentation des Golf-Gegners.

Škoda steigt auch in der Kompaktklasse eine Stufe höher: Nachdem sich bei Superb und Octavia immer mehr Kunden für besser und bestausgestattete Varianten entscheiden und die eher preisgünstige Machart des Scala-Vorgängers Rapid auf wenig Gegenliebe stieß, entschloss sich Škoda zum “Aufstieg” mit dem Scala. Der nutzt im Prinzip die MQB-A0-Plattform des VW Polo, welche die Tschechen aber maximal ausreizten. Folglich parkt der neue Scala exakt zwischen Fabia und Oktavia (dessen nächste Generation ihrerseits nochmal wächst und nach oben rückt) und damit ziemlich genau neben dem VW Golf – auch wenn das bei Škoda niemand so sagt und man stattdessen Kunden beim Opel Astra oder Ford Focus holen möchte – gern auch bei den Asiaten. Die teurerern Varianten könnten gar auch für eroberungen bei Audi A3, BMW Einser und Mercedes-A-Klasse gut sein, was aber so erst Recht niemand kommuniziert.

Fakt ist: Der Scala kombiniert tatsächlich „emotionales Design mit hoher Funktionalität sowie State-of-the-Art-Connectivity“ und überträgt dabei auch die weiterentwickelte Designsprache der Studie Vision RS in die Serie. Dazu bietet der SCALA hohe aktive und passive Sicherheit, Voll-LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten, viel Platz für Gepäck und Passagiere sowie zahlreiche „Simply Clever-Ideen.“

Motorisch bleibt man konservativ, heißt: 1,0-TSI mit 95 und 115 PS, plus 1,5-TSI mit 150 PS, Letztere auch mit DSG. Die Diesel schrumpfen auf den 1,6 TDI mit 115 PS (mit und ohne DSG) zusammen, alternativ angetrieben gibt es noch den 1,0 G-TEC mit 90 PS. Der Marktstart erfolgt in der ersten Jahreshälfte 2019.

Was bedeutet das?

Die Marke Škoda findet Stück für Stück wider zu ihren Ursprüngen zurück – und die waren vor dem Krieg eher Premium statt günstig. Was durch den Ehrgeiz der geschichtsbewussten Tschechen durchaus befeuert wird. Das hilft der Marke per se weiter, die sich so mehr und mehr neben statt unter VW positioniert. So lange die Bestellungen “in der Familie” bleiben, kann VW-CEO Diess das tolerieren, denn das Eroberungspotenzial des Scala liegt durchaus höher als das des Rapid. Auch in Flotten dürfte sich der Neue leichter tun.