Nissans V2G-Strategie

Gregor Soller

Nissan kümmert sich neben der Elektrifizierung der Autos auch um die dazu passende Infrastruktur.

Die zweite Leaf-Generation präsentierte Nissan auf Teneriffa in einer Wohnanlage der „ITER“. Diese Abkürzung könnte man mit „Institut für Technologie und erneuerbare Energien“ übersetzen. Dieses Institut hatte schon in den neunziger Jahren die Idee für eine bioklimatische Wohnanlage, die energetisch autark ist und sich ausschließlich aus erneuerbaren Energien speist. Dazu plante man weitestgehend geschlossene Wasser- und Müllkreisläufe, um die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Es entstanden 25 sehr unterschiedliche Gebäude, allem mit hohem gestalterischen Anspruch am Grandilla Technological Park, der 1995 als neues Gewerbegebiet mit Windrädern für die Ansiedelung der Hightech-Branche gedacht war.

Nachdem die spanische Wirtschaft den damaligen Boom nicht ganz halten konnte, entstand außer Windrädern und der Wohnanlage nicht mehr allzu viel, so dass das Ganze gut 20 Jahre später einen futuristisch-morbiden Charme hat, zumal das Gebiet in der Abflugschneise des Flughafens liegt, davor Bohrinseln gewartet werden und nicht allzu weit entfernt ein Kraftwerk munter braune Rauchschwaden gen Himmel schickt.

Nissan „belebte“ das Areal mit seinen neuen Elektrofahrzeugen Leaf und e-NV 200, die mit ihrem Surren die einstige Vision in Anlage zurückbrachten. Entsprechend widmete Nissan auch einen Teil der Präsentation „Vehicle2grid“ und zeigte hier die Vision eines stationären Stromspeichers auf, den man unter anderem zusammen mit Eaton entwickelte. Dafür nutzt man die alten Akkus der E-Modelle, die hier ein „zweites Leben“ erhalten. Darüber hinaus denkt Nissan über weitere Infrastrukturprojekte nach, die auch Photovoltaikanlagen mit einbeziehen. Das Ganze läuft unter dem Namen „Nissan Energy Solar“.

Was bedeutet das?

Auch Nissan hat erkannt, dass es Elektromobilität mit Elektroautos allein nicht funktioniert und erweitert deshalb seine Services um Vehicle-to-Grid-Lösungen.