Mc Laren Speedtail: 403 km/h schnelles Hyper-Hybidcar

Gregor Soller

Ein Hybridsystem erzeugt 1050 PS Systemleistung und soll den Speedtail binnen 12,8 Sekunden auf 300 km/h beschleunigen.

Am auffälligsten ist sein über ein Meter langer Überhang: Der 5,13 Meter lange Mc laren Speedtail trägt ihn aus aerodynamischen Gründen. Denn die Optik des Hypercars ist komplett auf gute Aerodynamik und Kühlung des Hybridantriebs ausgelegt. Der Luftwiderstands-Beiwert soll 0,2x betragen, wobei das entscheidende „x“ noch nicht verraten wird. Um das zu erreichen, ziehen die Briten ganz neue Register: Karbonabdeckungen an den Vorderrädern mit festen Abdeckungen, die nicht mitdrehen, sollen dafür sorgen, dass die Luft neben den Rädern nicht verwirbelt. Die Außenspiegel ersetzen kleine ausfahrbare HD-Kameras. Per Hand oder im Velocity-Modus fahren sie wieder ein, um die Aerodynamik nochmals zu verbessern. Und am Heck steuern statt Spoilern zwei sogenannte „Querruder“ wie beim Flugzeug den Luftstrom: Dabei drücken Aktuatoren zwei Ausschnitte der Karbon-Karosserie bis zu einem Winkel von 26 Grad nach oben. Das Neue: Dabei werden einfach Teile der Karosserie nach oben gebogen, die Segmente sind nicht mit einem Gelenk oder Scharnier versehen! Nicht ganz einfach umzusetzen, denn weder das Karbon noch der Lack dürfen Brechen oder Reißen. Beide Luftruder agieren automatisch und synchron.Im Velocity-Modus sinkt zudem die Karosserie um 3,5 Zentimeter ab – dann duckt sich der Speedtail auf 1,12 Meter Höhe.

Den Kühlluftstrom lenken unter den schmalen LED-Frontscheinwerfern Lufteinlässe, die sich nach hinten verjüngen und ein Niedrigtemperatur-Kühlsystem mit Frischluft versorgen. Über die Türen und die hinteren zieht das Hochtemperatur-Kühlsystem für den Antrieb seine Frischluft. Und das ganze Heck huldigt ebenfalls der Aerodynamik und zeigt sich sehr „offen“, dass sich ja keine Luftwirbel bilden.

Geentert wird der In der dreisitzige Speedtail über große, nach vorn öffnende Schmetterlings-Türen, die zum besseren Einsteigen je großes Dachsegment mitöffnen. Die Frontscheibe reicht weit ins Dach hinein, um für Luftigkeit zu sorgen. Darum sind auch die Dachsegmente der Türen aus elektrochromem Glas durchsichtig. Man kann die Dachsegmente und den oberen Bereich der Frontscheibe auf Knopfdruck verdunkeln. Die Dreisitzigkeit sorgt dafür, dass alle Insassen Anzeigen haben: Der Fahrer hat seinen Instrumenten-Schirm in der Mitte, daneben sitzen je die Screens für die Mitfahrer. Die Bedienelemente wanderten wegen der Dreisitzigkeit teils ins Dach. Unter den Beifahrersitzen gibt es je ein kleines Staufach.

Die Karosserie, die Abdeckungen der Vorderräder und das Monocoque des trocken 1.430 Kilogramm leichten Speedtail bestehen vollständig aus Kohlefaser, wobei man teils hochmoderne Materialien wie „Titanium Deposition Carbon Fibre“ und TPT (Thin-Ply Technology Carbon Fibre) einsetzt. Bei ersterem wird eine nur wenige Mikrometer dünne Titan-Schicht mit der Karbon-Oberfläche verschmolzen. Dies sorgt für noch mehr Steifigkeit, ohne das Gewicht nennenswert zu erhöhen. Außerdem verleiht das Titan dem Karbon eine silbrig schimmernde Oberfläche, die trotzdem die Kohlefaser-Webstruktur durchscheinen lässt. Die TPT-Applikationen sind Teil des eines Extra-Pakets um das McLaren-Logo aus 18 Karat Weißgold. Überhaupt lässt sich der Speedtail nach Bedarf mit Gold oder Platin weiter veredeln: dazu hat das Designteam hat eine Palette an Accessoires aus Gold, Silber und Platin entworfen, die auch die Markenembleme vorne und hinten umfasst.

Was bedeutet das?

Mit dem Speedtail hat Mc Laren einen sehr eigenständigen Hyper-Hybrid geschaffen, der das Thema Speed und Aerodynamik auf die 403 km/h schnelle Spitze treibt. Alle 106 Exemplare des je 2 Millionen Euro teuren Hyperhybriden sollen schon verkauft ein.