LA Autoshow 2018: Porsche stellt neuen 911 vor

Gregor Soller

Die nach Porsche-Zählung achte Generation soll stärker, schneller und digital werden – alternative Antriebe gibt es zum Marktstart noch keine. Dafür können 911-Kunden ihrenCO2-Fußabdruck über eine Zahlung in international zertifizierten Klimaprojekte neutralisieren.

Optisch blieb sich auch die achte Elfer-Generation treu und wurde stärker und digitaler – aber leider auch abermals größer und schwerer. Innen prägt ein 10,9 Zoll großer Monitor die ebenfalls zeitlose Armaturentafel, die sich optisch abermals am Urmodell orientiert – womit Porsche zum 70. Geburtstag eine gelungene Synthese aus Tradition und Moerne schuf. Der jetzt 10,9 Zoll große Centerscreen des Porsche Communication Management (PCM) soll sich dank der neuen Architektur schnell und sicher bedienen lassen. Darunter befindet sich eine kompakte Schaltereinheit mit fünf Tasten für den direkten Zugriff auf wichtige Fahrzeugfunktionen. In der Digitalisierung macht der 911 mit permanenter Konnektivität sowie neuen Funktionen und Diensten den nächsten Schritt. Das PCM umfasst unter anderem serienmäßig eine Schwarmdaten-basierte Online-Navigation und Porsche Connect Plus.

Die aufgeladenen Sechszylinder-Boxer-Heckmotoren wurden eiterentwickelt und leisten in den S-Modellen 331 kW respektive 450 PS. Plug-In-Hybride dürften später folgen – auch der 911 wird von der Elektrifizierung des Porsche-Portfolios nicht mehr ausgenommen. Immerhin sollen die Benziner wieder sparsamer und sauberer sein: Ein verbessertes Einspritzverfahren und neu angeordnete Turbolader samt Ladeluftkühlung erhöhen den Wirkungsgrad. Die Kraftübertragung übernimmt ein neu entwickeltes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Null auf 100 km/h brauchen 3,7 Sekunden beim Hecktriebler und 3,6 Sekunden beim 4S mit Allrad. Mit dem optionalen Sport Chrono-Paket geht das nochmal weitere, für die meisten Kunden nicht mehr fühlbare 0,2 Sekunden schneller. Die Höchstgeschwindigkeiten betragen 308 km/h und 306 km/h für die Allradvariante. Als Verbrauch nach „korreliertem NEFZ“ gibt Porsche 8,9l/100 km für den Hecktriebler respektive 9,0 l/100 km an – Werte, die für die Leistung ordentlich sind, aber keine neuen Maßstäbe setzen. Der Porsche „Wet Mode“ soll noch sichereres Fahrverhalten nassen Straßen gewährleisten. Dazu kommt ein Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera, sowie die umfassende Konnektivität, die Schwarm-Intelligenz nutzen soll.

Der serienmäßige Wet Mode erkennt Wasser auf der Straße, konditioniert die Regelsysteme entsprechend vor und warnt den Fahrer. Dieser kann das Fahrzeug dann auf Tastendruck oder per Mode-Schalter am Lenkrad (Sport Chrono-Paket) besonders sicherheitsbetont abstimmen. Der ebenfalls serienmäßige Warn- und Bremsassistent erkennt Kamera-basiert die Gefahr von Kollisionen mit sich bewegenden Objekten und leitet gegebenenfalls eine Notbremsung ein. Erstmals ist für den 911 ein Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera als Option lieferbar. Der optionale Abstandsregeltempomat umfasst eine automatische Distanzregelung, eine Stop-and-Go-Funktion, einen reversiblen Insassenschutz und eine neuartige autonome Nothaltefunktion.
 

Neu gedacht und spannend sind drei digitale Angebote: der Applikation „Porsche Road Trip“ für außergewöhnliche Touren, der persönlichen Assistent „Porsche 360+“ sowie der Web-basierte Emissions-Kalkulator „Porsche Impact“ zur Neutralisation des individuellen CO2-Fußabdrucks.  „Porsche Impact“ ist ein Emissions-Kalkulator. Damit werden die finanziellen Beiträge errechnet, die Porsche-Kunden zahlen können, um ihren CO2-Fußabdruck zu kompensieren. Sie wählen selbstständig, in welche international zertifizierten Klimaprojekte sie investieren wollen. Diese sind über die ganze Welt verteilt und konzentrieren sich auf Wind-, Wasser- und Sonnenenergie sowie Waldschutz.

Der 911 Carrera S kostet in Deutschland ab 100.946 Euro (120.125 Euro brutto), der 911 Carrera 4S ab 107.546 Euro (127.979 Euro brutto) einschließlich Mehrwertsteuer und länderspezifischer Ausstattung. Die neuen Modelle sind ab sofort bestellbar.

Was bedeutet das?

Auch der neue 911 der internen Baureihe 992 wird wieder seinen Weg machen. Ein kleines Problem ist nur, dass die Modelle immer größer, schwerer und stärker werden – und schon aus Gründen der schieren Physik nicht übertünchen können – immerhin soll auch ein Plug-In-Hybrid kommen und eines Tages sicher auch wieder eine Leichtbauversion. Trotzdem: Weniger und drahtiger wäre beim Elfer künftig vielleicht mehr - gelungen ist er trotzdem.