Honda CR-V Hybrid im Detail

Gregor Soller

Mit dem neuen CR-V Hybrid hat Honda ein sparsames SUV mit großem Platzangebot ins Programm gehoben.

Der erste Fahreindruck des CR-V Hybrid stimmt: Selbst vier Zwei-Meter-Hühnen fänden auch unterm Glasdach noch gut Platz – auch für ihr Gepäck – denn das Package stimmt und im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern holt Honda aus den 4,6 Meter Gesamtlänge dann auch viel Innenraum. Dabei hilft auch das kleine Radstandsplus gegenüber dem Vorgänger. Die Bedienung erfolgt absolut intuitiv, zumal die Japaner der Versuchung widerstanden, auch die Klimatisierung auf den Screen zu legen. Der wiederum bietet eine Direkteinsprungs-Funktionsleiste am linken Rand und eine einfache Grafík. Die Menülogik braucht wie auch im Zentralscreen vor dem Fahrer (per Lenkradtasten bedienbar) etwas Eingewöhnung, doch auch damit findet man sich schnell zurecht.

Die Verarbeitung wirkt japanisch-routiniert und die Wertigkeit der Materialien geht in Ordnung – lässt allerdings etwas Raum Richtung Premium. Interessant ist die „Maserung“ der „Kunststoff-Holzeinleger“, die sich eher am texanischen als am europäischen Geschmack orientiert und zu der besser ein „Bembel“- als ein Becherhalter passen würde – immerhin sitzt Honda Deutschland mitten in Hessen.

Die Geräusche wurden mit zusätzlichem Dämmmaterial noch weiter reduziert, die Federung schluckt die meisten Unebenheiten souverän – nur kurze Querfugen und Vertiefungen nimmt sie etwas hölzern an. Etwas „hölzern“ reagiert auch der Laneassist, der gern in die Lenkung eingreift und den CR-V in der Spur hält – in den Nuancen können das andere Hersteller aber schon wieder eine Idee besser. Im Kofferraum bleibt auch ohne Zusatzfach genug Platz – schade, dass sich Honda nicht zu einer verschieb- und klappbaren dreiteiligen Rückbank durchringen konnte – Raum dafür böte der CR-V genug.

Und der Verbrauch? Bleibt gering, so lange man nicht auf der Autobahn jenseits der 120 km/h unterwegs ist. Eine Krux aller Benziner-SUV. Dann nähert man sich rasch Werten jenseits der 7,0 l/100 km, während sich der CR-V im dezenten Stadt- und Überlandeinsatz auch mit weniger als 6,0l/100 km zufriedengeben kann – für ein solches Kaliber ein beeindruckender Wert. Die Anhängelast wurde wegen den E-Maschinen auf 750 Kilogramm begrenzt – nicht, dass am Ende des Tages noch etwas überhitzt.

Am Ende bleibt aber auch der CR-V Hybrid ein typischer Honda: Er punktet mit hoher Antriebskompetenz und sauberem Fahrverhalten zu angenehmen Preisen. Leichte Unschärfen leistet er sich bei der Variabilität und Materialität sowie den Fahrassistenten – hier schreitet die Software derzeit zügig voran. Für Pendler mit Strecken bis 100 Kilometer täglich ist er definitiv dem 1,5-Liter-Benziner vorzuziehen. Langstreckenfahrer müssen ihren Gasfuß dagegen gut im Zaum haben – hier wäre der Selbstzünder nach wie vor das bessere Konzept. Was auch für diejenigen gilt, die öfter Anhänger ziehen wollen. 

Was bedeutet das?

Der CR-V Hybrid punktet mit Package, Preis und Strategie – weniger empfehlenswert ist er nur für Langstreckenfahrer und diejenigen, die schwere Anhänger ziehen wollen.